• 7. Oktober 2015

10 Fragen an … StB Oksana Weber

10 Fragen an … StB Oksana Weber

10 Fragen an … StB Oksana Weber 1024 683 Steuerköpfe

StB Oksana Weber nimmt es sportlich: „Der Mandant sorgt für Aufgaben und unser Gesetzgeber für Abwechslung.“ Und auch sonst scheut die angestellte Steuerberaterin keine Herausforderung. Ihre zehn Antworten:

1. Warum sind Sie StB geworden?

Nun als Quereinsteiger komme ich erst auf dem zweiten Weg zum Steuerberater. Ich habe internationale BWL studiert, wollte in das Management und die Welt bereisen. Aber nach einigen Jahren Berufserfahrung und auch Reisetätigkeit hatte immer mehr den Wunsch, mich zu verändern. Da fiel die Wahl auf die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Ich habe den Sprung gewagt und finde, er hat sich gelohnt. Unsere Arbeit ist sehr vielfältig. Zudem verbindet sie uns mit anderen Menschen. Es ergeben sich immer andere Fallkonstellationen, neue Herausforderungen, neue Fragestellungen. Der Mandant sorgt für Aufgaben und unser Gesetzgeber für Abwechslung. Es bleibt Tag für Tag spannend. Außerdem bietet unser Beruf die Möglichkeit, selbständig zu arbeiten. Das ist nicht selbstverständlich.

2. Ihre fachliche Dienstleistung bieten auch zig andere Kanzleien – was stellen Sie heraus, wenn Sie potentiellen Mandanten Ihre Kanzlei empfehlen möchten?

Die Menschen. Sie sagen es selbst – Zahlen kann jeder. Unsere Arbeit ist für den Mandanten nur sehr schwer zu beurteilen, und im Zeitalter der vorausgefüllten Steuererklärung und Digitalisierung ist der Mensch der entscheidende Faktor. Unsere Persönlichkeit, unsere Reaktionszeiten und unsere Art zu kommunizieren entscheiden über Empathie und Vertrauen. Das Fachwissen wird vorausgesetzt. Und wenn wir es schaffen, beim Mandanten mit unserer Arbeit Vertrauen zu gewinnen, dann bleibt er. Der Steuerberater ist so was wie der Hausarzt, beide suchen nach einem Heilmittel, wenn’s mal Fieber gibt. Zahlen sind unser Werkzeug.

3. Wo holen Sie sich Inspiration für Ihre Arbeit?

Das kann ich gar nicht eingrenzen! Ich habe das Gefühl, das Steuerrecht ist überall – im Büro, zu Hause, sogar im Urlaub. Der Input ist allgegenwärtig. Sie glauben gar nicht, wie oft sich die Menschen bewusst oder unbewusst mit dem Thema Steuern auseinandersetzen! Das fängt schon beim Essen an!

4. Welche geschäftliche Herausforderung beschäftigt Sie derzeit am meisten?

Unser Tun von morgen. Wir müssen uns auf all die verschiedenen Kommunikationskanäle, die der Mandant im Zeitalter der modernen Technik zur Verfügung hat, um- bzw. einstellen. Es ist nicht nur das Internet mit Facebook, Blogs etc., sondern – ich übertreibe – fast täglich neue technische Ideen oder Lösungen für Probleme, die wir früher nicht hatten – Kanzlei-App, online-Auswertungen und was noch alles kommt. Es ist neu, es ist schnell, und es verpflichtet uns, immer und überall präsent zu sein. Denn der moderne Mandant telefoniert nicht mehr gern zu vorgegebenen Geschäftszeiten, er will selbst entscheiden, wann er was abruft. Und das möglichst schnell auf Knopfdruck. In unserer „verstaubten“ Branche ist das schon eine große Chance für moderne Kanzleien.

5. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?

Nun, als angestellter Steuerberater entscheide ich darüber noch nicht. Aber die Entscheidungsfaktoren sind für mich ganz klar – der oder die Neue muss als erstes Empathie für unseren Beruf haben. Und dann ist da noch der Faktor Mensch. Der neue Mitarbeiter muss die Fähigkeit haben, die Mandanten zu überzeugen, er ist unser Gesicht nach außen und er muss natürlich ein Team ergänzen. Wenn das klappt, hat die Kanzlei viel gewonnen.

6. Mal angenommen, der Kammerzwang fällt, jeder darf Steuerberatung anbieten und Steuerberater auch gewerbliche Leistungen: Was tun Sie?

Man könnte dazu meinen, es gäbe in diesem Fall einen natürlichen Selektionsprozess und einen gesunden Wettbewerb. Aber ich denke, wir brauchen die Stärkung der Kammer in unserem Berufsstand. Unser Bereich ist sehr komplex, die Rechtsprechung ändert sich ständig, in schwierigen Zeiten des Unternehmens stehen wir dem Mandanten als Berater zur Seite. Den Berufsstand für jedermann zu öffnen wäre meiner Meinung fatal. Für den Mandanten vor allem. Denn am Ende hat er mehr zu verlieren als wir.

7. Auf welche geschäftliche Entscheidung/Erfolg sind Sie stolz?

Stolz bin ich darauf, die richtige Entscheidung getroffen zu haben – den Kurs zu wechseln und Steuerberater zu werden. Die Arbeit macht mir heute Spaß. Das ist mir wichtig.

8. Sie können – unbemerkt und ungestraft – hinter die Kulissen einer anderen Kanzlei schauen: Was würden Sie ausspionieren?

Was können sie besser?! Ganz einfach: Wenn das Ausspionieren keine Einbahnstraße ist, sondern ein Austausch – profitieren wir alle davon.

9. Welche natürliche Gabe würden Sie gern besitzen?

Hmmm, die richtige Antwort ist für mich – große Empathie für alle Menschen zu haben. Diese Gabe haben die wenigsten.

10. Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Carpe diem. Wünsche ich jedem.

Über Oksana Weber:

  1. Die Kanzlei Eidel & Partner ist in Kehl am Rhein beheimatet. Vier Partner, insgesamt zwölf Berufsträger und über alles rund 50 Mitarbeiter. Zur Gruppe gehören: Eidel, Raub & Partner GmbH StBGesellschaft, Eidel Consulting GmbH, Mittelbadische Treuhand und die Eidel & Partner mbB WP- und StB-Gesellschaft. Kanzlei-Homepage: eidel & partner  – Home
  2. Oksana Weber | XING