• 17. Mai 2016

10 Fragen an … StB WP Christoph Nowag

10 Fragen an … StB WP Christoph Nowag

10 Fragen an … StB WP Christoph Nowag 1024 685 Steuerköpfe

Auf einmal war er weg. Schade. Doch vor ein paar Tagen erschien nach gut einjähriger Pause ein neuer Beitrag auf seinem Blog. Da ich schon immer wissen wollte, was da für ein Mensch ins Internet schreibt, malt und musiziert, habe ich StB WP Christoph Nowag um zehn Antworten gebeten. Und dann ging alles ganz schnell.

Auf der Seite von StB WP Christoph Nowag finden die Leser steuerliche Informationen (Blitzlicht) und die üblichen Kanzlei-Infos, aber auch einen persönlichen Blog:

Christoph Nowag findet Inspiration in der Band-Geschichte von Kiss, er schreibt über den Sinn von Ritualen im Unternehmen, über einen Zeitstrahl mit Post-it-notes zum Sortieren von wichtigen Lebensereignissen oder über den (Rück-)Griff zur Gitarre – oft stellt er zu den Beiträgen eigene Skizzen.

Es geht um den Umgang mit Aufgaben und Rollen, wie private Erlebnisse ins Berufsleben spielen (und umgekehrt). Und jeder Beitrag war getragen von einer persönlichen Einsicht, die er gern öffentlich teilte. So viel Freimut, Offenheit, Persönlichkeit finde ich selten auf StB-Seiten.

Meine Bitte um die zehn Antworten beantwortete er prompt: Ja, klar, gern. Ich könne ihm ja schon mal die Fragen zusenden. Er schicke dann die Antworten zurück.

Oje. Das habe ich schon öfter gehört.

Ich bot nochmals an, das Interview telefonisch zu führen und das Transkript vorzulegen – schickte die Fragen aber mit.

Vielleicht habe ich mich sogar zu der Bemerkung hinreißen lassen, dass er der erste StB wäre, sollte er es schaffen.

Seine Antwortmail:

„auch auf die Gefahr hin, Ihr Weltbild zu zerstören: Anbei der Fragebogen.“

Oh.

Dankeschön!

Zehn Antworten von StB WP Christoph Nowag

1. Warum sind Sie StB geworden?

Ich wusste schon als kleiner Junge, dass ich einmal selbständig sein werde und mit und für Menschen arbeiten möchte. Obwohl mein Vater ebenfalls Steuerberater und Wirtschaftsprüfer ist, hätte es beruflich auch in eine ganz andere Richtung gehen können. Ideen dazu gab es. Nachdem ich aber einige Zeit in einer anderen Kanzlei und bei meinem Vater gearbeitet habe, war mir klar: Das ist mein Ding.

2. Ihre fachliche Dienstleistung bieten auch zig andere Kanzleien – was stellen Sie heraus, wenn Sie potentiellen Mandanten Ihre Kanzlei empfehlen möchten?

Klarheit und Menschlichkeit.

3. Wo holen Sie sich Inspiration für Ihre Arbeit?

Inspiration im Sinne von Eingebung gibt es u.a. von außen, von den Mitarbeitern und aus mir selbst. Abgesehen von Seminaren, Literatur usw. habe ich Freunde, die u.a. Unternehmensberater sind. Wenn wir uns treffen, frage ich denen Löcher in den Bauch. Wie macht ihr das und warum? Auch wenn deren Arbeit nichts mit meiner unmittelbar zu tun hat, gibt es Transfermöglichkeiten. Auch die Mitarbeiter halten die Augen offen und kommen mit Ideen und Hinweisen. Und dann bin ich selbst ein ideenreicher und kreativer Geist. Viel mehr, als man wirklich umsetzen kann.

4. Welche geschäftliche Herausforderung beschäftigt Sie derzeit am meisten?

Zwei Aspekte. Der erste ist die Digitalisierung. Damit meine ich nicht die Ablage von eingescannten Unterlagen, sondern die ganzen Prozesse. Und zweitens, dass die (steuerliche) Welt für Mandanten immer undurchschaubarer wird. … Für uns leider auch.

5. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?

Es ist schon etwas her, dass der letzte neue Mitarbeiter an Bord kam. Wir haben keine Fluktuation. Würde ich aber wieder jemanden suchen, würde das gleiche Hauptkriterium wie damals gelten: Passt die Person zu unserem Team? Menschlich und fachlich.

6. Mal angenommen, der Kammerzwang fällt, jeder darf Steuerberatung anbieten und Steuerberater auch gewerbliche Leistungen: Was tun Sie?

Mich freuen, dass ich selbst gewerbliche Leistungen anbieten darf. Ich habe schon Organisationsmittel entwickelt und auch produzieren lassen. Aber ich durfte diese nicht vertreiben. Also musste man andere Wege gehen.

7. Auf welche geschäftliche Entscheidung/Erfolg sind Sie stolz?

Entscheidung: Büro und Familie räumlich nahe beieinander zu haben. Obwohl ich der einzige Mann in unserer Familie bin, bin ich voll integriert.
Erfolg: Neue Kunden, die zu uns passen, kommen von sich aus.

8. Sie können – unbemerkt und ungestraft – hinter die Kulissen einer anderen Kanzlei schauen: Was würden Sie ausspionieren?

Wie laufen die Arbeitsprozesse dort ab, damit ein zügiges und erfolgreiches Ergebnis erzielt wird. Welche Hilfsmittel werden eingesetzt, wie behält man den Überblick, wie laufen arbeitsteilige Aufgaben, wie Kommunikation.

9. Welche natürliche Gabe würden Sie gern besitzen?

Fallweise Fokussierung auf eine Sache. Dauerhaft will ich diese Gabe allerdings nicht haben. Dazu machen zu viele andere Dinge zu viel Freude. Meine Frau meint, eine Gabe würde mir fehlen: ‚Nein‘ sagen zu können.

10. Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Wuselig.

Über Christoph Nowag

  1. Kanzlei-Homepage: Christoph Nowag | Steuerberater / WP – Stuttgart
  2. Das Hausmusik-Projekt: Hören – hausmusik Stuttgart
  3. Sein Blog: Blog – Christoph Nowag