• 23. August 2016

10 Fragen an … StB WP Benjamin Schimmel

10 Fragen an … StB WP Benjamin Schimmel

10 Fragen an … StB WP Benjamin Schimmel 1024 576 Steuerköpfe

Benjamin Schimmel führt die elterliche Kanzlei fort. Wie er seine Big4-Erfahrung und in das Geschäftsleben der mittelständischen Kanzlei einfließen lässt, und welche Herausforderungen die Nachfolge mit sich brachte, schildert er in dem 10 Fragen-Interview.

Antonie und Wilhelm Schimmel haben die Kanzlei 1979 in der Münchener Maxvorstadt gegründet. Dort arbeiten 14 Angestellte. Benjamin Schimmel machte nach seinem BWL-Studium an der Münchener Ludwig-Maximilian-Universität Karriere bei Deloitte und fing 2012 – zunächst als freier Mitarbeiter – bei seinen Eltern an.

1. Warum sind Sie StB geworden?

Das habe ich quasi mit der Muttermilch aufgesogen. Meine Eltern sind beide Steuerbevollmächtigte. In der Schule fiel mir Mathe leicht. Und später habe ich erkannt, dass in der Kombination von Mensch und Zahlen großer Spaß für mich steckt. Unser Fachfokus Steuern präsentiert immer wieder aufs Neue knifflige Probleme, die nur zu lösen sind, wenn man das Umfeld und die Vorlieben der Mandanten mit berücksichtigt. Diese Konstellation begeistert mich seit je her.

2. Ihre fachliche Dienstleistung bieten auch zig andere Kanzleien –  was stellen Sie heraus, wenn Sie potentiellen Mandanten Ihre Kanzlei empfehlen möchten?

Ich denke langfristig. In erster Linie geht es um die steuerlichen Pflichten, die erfüllt werden müssen. Unser Fokus ist, alles so zu gestalten, dass der Mandant darüber hinaus möglichst mit einem persönlichen Vorteil aus unserer Beratung kommt.

3. Wo holen Sie sich Inspiration für Ihre Arbeit?

Durch Familie und Freunde, Reisen und gemeinsames Kochen. Mit vielen Mandanten verbindet mich auch die persönliche Situation als Jungunternehmer oder ähnliche Herausforderungen wie die Digitalisierung. Das ist ein laufender Austausch.

4. Welche geschäftliche Herausforderung beschäftigt Sie derzeit am meisten?

Mitarbeiter und Digitalisierung. Meine anfängliche Sorge, genügend Mandanten zu gewinnen, ist in den Hintergrund getreten. Die Personalsituation ist die größte Herausforderung: Wie finde, entwickle und binde ich gute Mitarbeiter? Wie entwickle ich unser Team[ weiter? Und das zweite Thema ist die Digitalisierung der Prozesse – sowohl bei Schimmel, als auch bei unseren Mandanten.

5. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?

Da spielt die Persönlichkeit eine große Rolle. Freundlichkeit, Offenheit, Verbindlichkeit halte ich für sehr wichtig. Dazu sollte eine Affinität zu IT-Themen kommen, eine gute Selbstorganisation und ein Gemüt, dass die laufenden Veränderungen in unserer Branche gut verträgt.

In meiner Zeit bei Deloitte habe ich gute Personalentwicklung erlebt. So arbeite ich beispielsweise mit einer Unternehmensberaterin zusammen. Wir entwickeln Karrieremodelle, Leitfäden für Vorstellungsgespräche, Mitarbeitergespräche und Teamrunden und vieles mehr. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ist auch ein Ergebnis meiner Big4-Zeit. Das wird dort täglich gelebt. Es gibt immer jemanden, der etwas besser kann als man selbst und in der Zusammenarbeit entstehen die richtig guten Lösungen.

6. Mal angenommen, der Kammerzwang fällt, jeder darf Steuerberatung anbieten und Steuerberater auch gewerbliche Leistungen: Was tun Sie?

Die deklaratorische Arbeit wird abnehmen, in der Bedeutung und in den Zahlen. Das Berufsbild wird sich stärker auf die Beratung hin entwickeln. Das kommt mir entgegen. Die Mandanten schätzen die Qualität unserer Beratung, ob mit oder ohne Kammer.

7. Auf welche geschäftliche Entscheidung/Erfolg sind Sie stolz?

Dass wir die Nachfolge als Familie gut gemeistert haben. Da gab es auch Spannungspunkte, aber die haben wir zusammen gelöst.

8. Sie können – unbemerkt und ungestraft – hinter die Kulissen einer anderen Kanzlei schauen: Was würden Sie ausspionieren?

Wie schaffen die Kollegen den Spagat zwischen digitalisierten und nicht-digitalisierten Mandaten? Wir arbeiten in einer Übergangszeit mit doppelten Abläufen, das zehrt an den Ressourcen. Wir belassen gut organisierte „Papier-Mandanten“ bei Papier und Mandanten, die organisatorisch noch nicht so weit sind, setzen wir möglichst gleich auf die digitale Schiene. Aber wie machen das die Kollegen und Kolleginnen?

9. Welche natürliche Gabe würden Sie gern besitzen?

Klavierspielen. Ich bewundere musikalische Menschen, habe aber selbst null Talent, um ein Instrument zu spielen.

10. Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Ungeduldig und neugierig. Unser Azubi-Konzept steht vor dem Start. Unsere Suche nach einem Studenten für einen dualen Ausbildungsweg dauert an. Die Vorbereitungen für eine Zertifizierung nach DStV-Siegel und ISO laufen auf Hochtouren. Von jedem dieser Projekte erwarte ich mir Verbesserungen für Schimmel und da kann es mir gar nicht schnell genug gehen.