• 12. September 2016

Die alleinbuchende Buchhaltung – 10 Fragen an … StB Patrik Luzius

Die alleinbuchende Buchhaltung – 10 Fragen an … StB Patrik Luzius

Die alleinbuchende Buchhaltung – 10 Fragen an … StB Patrik Luzius 1024 576 Steuerköpfe

StB Patrik Luzius gibt sich überzeugt: „So wie das alleinfahrende Auto kommen wird, wird es auch die alleinbuchende Buchführung geben.“ Er versucht, seine Kanzlei darauf vorzubereiten. Für Kollegen bietet er zusammen mit dem Rechtsanwalt Bernhard Kürschner ein neunmonatiges Fitness-Programm für StB-Kanzleien. Am 15.9 in Frankfurt und am 22.9. in Neumarkt Oberpfalz laden die beiden zu einem Schnuppertag ein. Wer ist dieser Berater? Höchste Zeit für ein kleines Vorstellungs-Interview.

1. Warum sind Sie StB geworden?

Steuerberater ist seit meiner Jugend mein Traum. Es gefällt mir, dass ich in einer schwierigen Materie den Leuten weiterhelfen kann, dass ich den Kunden einen Nutzen verschaffe, obwohl sie sich zwangsweise mit dem Thema Steuern befassen müssen. Unseren Firmenkunden versuche ich, betriebswirtschaftlich so gut es geht unter die Arme zu greifen, damit am Ende des Tages ein höherer Gewinn herausspringt.

2. Ihre fachliche Dienstleistung bieten auch zig andere Kanzleien –  was stellen Sie heraus, wenn Sie potentiellen Mandanten Ihre Kanzlei empfehlen möchten?

Bei uns laufen zwei Sachen etwas anders als bei vielen anderen Kanzleien: wir machen ein Erfolgs-Reporting, das heißt unsere Buchhaltung ist auch unterjährig stets auf Jahresabschlussniveau. Das ermöglicht unseren Unternehmenskunden einen klareren Blick auf ihre Situation und damit bessere Entscheidungen. Außerdem schließe ich mit jeden Unternehmenskunden einen Steuerberatungsvertrag ab, der die gegenseitigen Erwartungen klar definiert. Abgerechnet wird bei uns per Pauschale, die dann monatlich fällig ist. Solange keine Sonderthemen anstehen, können unsere Kunden das Honorar von Anfang an überschauen und müssen nicht befürchten, dass gegen Jahresende eine Rechnung in unbekannter Höhe auf sie zu rollt.

3. Wo holen Sie sich Inspiration für Ihre Arbeit?

In der freien Wirtschaft und aus der Literatur – besonders Management Literatur zu den Themen Führung und Organisation. Die Steuerberatungsbranche selbst ist zu wenig unternehmerisch, deshalb lasse ich mich lieber von der freien Wirtschaft inspirieren.

4. Welche geschäftliche Herausforderung beschäftigt Sie derzeit am meisten?

Die Digitalisierung im Allgemeinen und der verstärkte Einsatz von Datev Unternehmen online im Besonderen.

5. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?

In dem Vorstellungsgespräch versuche ich zu klären, wie es um die fachliche Qualifikation steht. Wichtig sind mir auch Dativ Kenntnisse und eine durchgehende Laufbahn ohne große Lücken. Am wichtigsten ist die Frage, ob der oder die Kandidatin gut ins Team passt und da verlasse ich mich auf mein Bauchgefühl.

6. Mal angenommen, der Kammerzwang fällt, jeder darf Steuerberatung anbieten und Steuerberater auch gewerbliche Leistungen: Was tun Sie?

Erst mal würde ich mich freuen. Denn ich halte die Selbstorganisation des Berufs zu einem großen Teil für einen vorgeschobenen Schutz, der der Beraterschaft, aber nicht den Kunden nutzt. Eigentlich sollten die Berater so arbeiten wie gewerbliche Unternehmer auch. Und so versuche ich auch meine eigene Kanzlei aufzustellen. Noch protegiert dieser Schutzzaun und die weitgehend analoge Arbeitsweise das Preisniveau in unserem Beruf. Aber so wie das alleinfahrende Auto kommen wird, wird es auch die alleinbuchende Buchführung geben. Stichwort ZUGFeRD. Uns kommt zunehmend eine Kontrollfunktion zu, die wir nur mit gut qualifizierten Kräften erfüllen können. Schwierige Fälle werden ausgesteuert und müssen manuell bearbeitet werden, der Rest rauscht einfach durch. Bevor ich meine Kanzlei gekauft habe, arbeiteten hier zwölf Personen. Heute bearbeiten wir mehr Kunden mit insgesamt sechs Köpfen.

7. Auf welche geschäftliche Entscheidung/Erfolg sind Sie stolz?

Dass ich mich in den vergangenen fünf Jahren konsequent mit der Optimierung der Kanzlei befasst habe. Das Ergebnis ist: Ich mache mich nicht mehr kaputt mit 70 oder mehr Wochenstunden Arbeit. Und dass ich erkannt habe, dass Mitarbeiter wichtiger sind als Kunden. Es gibt Millionen potentielle Kunden, aber vielleicht nur 1000 Menschen, die hier mitarbeiten könnten. An dieser Reihenfolge orientiere ich mich jetzt konsequenter. Ich gebe mehr ab. Die Mitarbeiter haben diese Entwicklung dankbar angenommen, weil ich in der Vergangenheit oft der Flaschenhals war. Jetzt habe ich Zeit um mich auf mein Trainingsprogramm für Steuerkanzleien zu konzentrieren. Dafür hätte ich früher keine Zeit gehabt.

8. Sie können – unbemerkt und ungestraft – hinter die Kulissen einer anderen Kanzlei schauen: Was würden Sie ausspionieren?

Wie behandelt die Kanzleileitung die Mitarbeiter? Wie ist das Arbeitsklima? Alle anderen Fragen halte ich für weniger wichtig.

9. Welche natürliche Gabe würden Sie gern besitzen?

Ich wünschte, öffentliche Auftritte würden mir leichter fallen.

10. Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Zufrieden und klar und fokussiert auf das kommende Trainingsprogramm für Steuerkanzleien.