• 20. September 2016

10 Fragen an … StBin Benita Königbauer

10 Fragen an … StBin Benita Königbauer

10 Fragen an … StBin Benita Königbauer 1024 538 Steuerköpfe

Sie lehnt 9 von 10 Mandanten ab, denn Sie möchte nur mit Wunschkunden arbeiten. Sie ist Vorstand des Collega-Netzwerks. Sie hat mit ihrer eigenen Kanzlei noch viel vor. Und gern ein Yedi sie wär: Benita Königbauer hat interessante Antworten – und ist unser nächster Gast im Kanzleifunk.

1. Warum sind Sie StB geworden?

Ich habe ein Händchen für Finanzen und dafür, komplexe Sachverhalte verständlich zu machen. Daraus entstand mein Ziel, Menschen in finanziellen Fragen zu helfen.

Kanzleifunk – alle Folgen

Zu Schulzeiten hatte ich einen wundervollen Samstagsjob bei einer Steuerberaterin. Damals überschritten die 10 Jahre „Ausbildungszeit“ allerdings deutlich den Horizont einer ungeduldigen 18-jährigen. Studieren dauerte mir auch zu lange, also wurde ich erst einmal Bankkauffrau, weil ich dachte, da berät man Kunden in finanziellen Fragen… das kam dann aber irgendwie anders 😉

Als mir die Vertriebsorientierung dort über die Hutschnur ging, erschien mir mit 27 die Aussicht auf 7-10 Jahre Ausbildung auch deutlich verlockender, als 40 Jahre in einem Beruf, der mir die Haare zu Berge stehen ließ. Und was ich in der Bank gelernt habe, schadet hier ja auch nicht.

Zielstrebig (und hinreichend dickköpfig) bin ich, also habe ich kurzerhand Steuerfachangestellte gelernt, den Fachwirt gemacht und umgehend den StB draufgesetzt.

Am Tag meiner Bestellung gründete ich meine eigene Kanzlei. Das war ein langer, manchmal auch steiniger Weg, aber aus heutiger Sicht die beste berufliche Entscheidung meines Lebens. Insofern, ich bin zufrieden, alles richtig gemacht ☺

2. Ihre fachliche Dienstleistung bieten auch zig andere Kanzleien –  was stellen Sie heraus, wenn Sie potentiellen Mandanten Ihre Kanzlei empfehlen möchten?

Meine Mission ist es, leidenschaftliche Freiberufler und Solopreneure finanziell erfolgreich zu machen.

Ja, Steuern können wir auch, aber die sogenannten Vorbehalts-Aufgaben sind für mich ein reiner Hygienefaktor. Ich setze voraus, dass ein Kunde diese Leistungen von jedem Steuerberater in vergleichbarer Qualität erwarten darf. In einer idealen Welt sollte außerdem jeder Steuerberater (über kurz oder lang) zum gleichen Ergebnis kommen. Bei der fachlichen Qualifikation gibt es aus meiner Sicht nur wenige echte Alleinstellungsmerkmale.

Für meine Kunden macht den Unterschied, dass ich mit ihnen sehr intensiv an der Entwicklung ihrer Unternehmen und an ihrem finanziellen Gesamterfolg arbeite und dabei immer ihr persönliches Wertesystem im Auge behalte.

Diese Art von Beratung kann nur erfolgreich sein, wenn Kunde und Berater einen besonderen Draht zueinander haben. Dazu braucht es eine sehr persönliche Beziehung, die weit über steuerliche Fragen hinausreicht. Das funktioniert nicht mit jedem Menschen, deshalb bin ich extrem wählerisch bei der Auswahl meiner Kunden.

3. Wo holen Sie sich Inspiration für Ihre Arbeit?

Die muss ich mir nicht wirklich holen 😉 Die intensive Arbeit mit leidenschaftlichen Unternehmern liefert mir täglich eine Fülle von Inspirationen für meine Beratungsansätze „frei Haus“. Da kommt es eher darauf an, welche Inspirationen meine Kunden gerade brauchen um langfristig gut voranzukommen und welche getrost erst einmal zurückgestellt werden dürfen.

4. Welche geschäftliche Herausforderung beschäftigt Sie derzeit am meisten?

Mikro: Wir – also meine Mitarbeiterinnen und ich – haben uns vorgenommen, dieses Jahr am 15.12. alle Jahresabschlüsse und Steuererklärungen für 2015 fertig zu haben. Das könnte auf die letzten drei Monate jetzt noch ein bisschen aufregend werden… aber ich bin ein unverbesserlicher Optimist ☺

Makro: Mal sehen, wie sich unser Alltag durch die Cloud entwickeln wird. Wenn ich nach Neuseeland, die USA oder UK schaue, bin ich überzeugt, dass diese Entwicklung viel schneller verläuft, als wir uns momentan vorstellen können und viele unserer Brot- und Butter-Aufgaben werden bald kaum wiederzuerkennen sein. Wir werden ganz neue Fähigkeiten entwickeln dürfen und die Wünsche unserer Kunden werden sich deutlich von dem unterscheiden, was heute von uns erwartet wird. Sehr spannend.

5. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?

Nach dem Bauchgefühl, denn der Bauch hat immer Recht. Eines meiner Lieblingszitate ist: „Der Mensch besteht zu 65% aus Wasser, der Rest ist Einstellung“. Ich bin eine ziemlich gute Ausbilderin, aber die richtige Einstellung kann ich niemandem beibringen. Die hat jemand entweder, oder eben nicht.

Deshalb sind mir Vorbildung, Noten und Abschlüsse ziemlich egal, aber ich verzichte keinesfalls auf eine gesunde Portion Selbstverantwortung und eine offene und positive Grundhaltung.

6. Mal angenommen, der Kammerzwang fällt, jeder darf Steuerberatung anbieten und Steuerberater auch gewerbliche Leistungen: Was tun Sie?

Im Großen und Ganzen: Business as usual. Nur einfacher ☺

Ich glaube heute schon nicht an das virtuelle „Naturschutzgebiet“ der Vorbehaltsaufgaben und fühle mich von Konkurrenz auch nicht bedroht.

Umgekehrt lasse mich auch nur marginal beschränken in dem, was ich tue. Wenn man das Gesetz genau liest, ist uns ohnehin ziemlich viel erlaubt – zumindest, wenn man ein paar Umstände in Kauf nimmt.

Insofern würde für mich wahrscheinlich einfach vieles unkomplizierter. Ich würde gerne einige ergänzende Dienstleistungen anbieten – auch in Kooperationen – die meinen Kunden viel Nutzen bringen würden und die derzeit nur ziemlich umständlich darzustellen sind.

7. Auf welche geschäftliche Entscheidung/Erfolg sind Sie stolz?

Ausschließlich mit Wunschkunden zu arbeiten.

Ich habe mich von allen Kunden getrennt, die nicht 100%ig zu mir passten und lehne etwa 90% aller neuen Anfragen ab. Das war ein spürbarer Einschnitt, aber es lohnt sich jeden Tag.

Zum einen, weil ich mich dadurch uneingeschränkt auf und über jeden einzelnen Kundenkontakt freuen kann und zum anderen, weil meine Leistung von denen, die genau zu mir passen, viel wertvoller empfunden und honoriert wird.

Ich muss mich für niemanden verbiegen, sondern kann einfach ich sein und mein Bestes geben. So macht es riesig viel Spaß, zu arbeiten!

8. Sie können – unbemerkt und ungestraft – hinter die Kulissen einer anderen Kanzlei schauen: Was würden Sie ausspionieren?

Keine Ahnung, offen gestanden interessiert es mich nicht besonders, wie andere ihr Geschäft betreiben. Ich lerne für mein Leben gerne von der Erfahrung anderer, aber ich glaube nicht, dass man Erfolgsrezepte einfach kopieren kann.

Insofern würde Spionieren wenig nützen, da frage ich die Kollegen lieber direkt 😉

9. Welche natürliche Gabe würden Sie gern besitzen?

Ha, das ist eine lustige Frage für den Kindskopf in mir! Teleportation wäre hin und wieder praktisch. Oder zumindest auf einem Besen reiten zu können ☺ Und für den Umgang mit der einen oder anderen Behörde wäre es manchmal recht hilfreich, ein Yedi zu sein. Das wäre sowieso nicht schlecht, wenn ich es mir recht überlege …

10. Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Glücklich. Zufrieden. Gespannt und voller Vorfreude auf alles, was kommt ☺