• 21. Januar 2017

Robert Mayr über Datevconnect online

Robert Mayr über Datevconnect online

Robert Mayr über Datevconnect online 1024 683 Steuerköpfe

Mit der Schnittstelle Datevconnect online hat sich die Datev vor gut einem Jahr anderen Softwareanbietern geöffnet. Dr. Robert Mayr, Datev-Vorstandsvorsitzender, über den bisherigen Erfolg und die Aussichten. Eine bidirektionale Schnittstelle steht noch in den Sternen.

Wie viele Nutzer hat die Datevconnect online Schnittstelle?

Wir stehen hier noch am Beginn einer dynamischen Entwicklung. Derzeit nutzt eine mittlere dreistellige Anzahl von Unternehmen – über die Lösungen der drei momentan freigegebenen Partner für DATEVconnect online – die Möglichkeit, Belege ins DATEV-Rechenzentrum zu übermitteln. Diese Zahl liegt deutlich über unseren Prognosen und wir sind mit dieser Nachfrage sehr zufrieden. Insgesamt sind bislang rund 100.000 Belege über die DATEVconnect online-Schnittstelle übermittelt worden.

Ausstellung und Übertragung auf dem Innenhof des Kameha Grand

Am Rande des Unternehmertags

Das Gespräch fand auf dem 5. Cloud-Unternehmertags von Scopevisio statt und wurde dann schriftlich fortgeführt. Mehr über den Unternehmertag finden Sie hier.

Die Schnittstelle feiert ihr Einjähriges. Was haben Sie in dieser Zeit gelernt?


Das Jahr ist zwar noch nicht ganz vollendet, aber gelernt haben wir in dieser Zeit eine Menge: So mussten wir lernen, dass der Abstimmungsaufwand doch oft größer ist, als wir es angenommen hatten. Es gibt leider kein Standardvorgehen – jede Partnerlösung muss individuell betrachtet werden, damit eine gute Anbindung im jeweiligen Prozess realisiert werden kann. Bereits die Ankündigung von DATEVconnect online hat uns viele Anfragen interessierter Software-Anbieter vermittelt, die die Integration des steuerlichen Beraters als wichtigen Bestandteil in der Prozesskette erkannt haben. In diesem Jahr werden definitiv weitere Partner hinzukommen. Und wir freuen uns nach wie vor über jeden weiteren Interessenten. Über marktplatz@datev.de können interessierte Anbieter mit unseren Fachleuten in Kontakt treten.

Sie haben auf dem Cloud-Unternehmertag das „Partnering“ angesprochen: Was bestätigt Sie in dieser Strategie, was könnte besser laufen?


Die Öffnung unserer Systeme für andere Anbieter war ein Paradigmenwechsel für DATEV. Alle interessierten Unternehmen kommen nun potenziell als Partner infrage, wenn es um die Verbesserung des Workflows für die Anwender geht, und wir merken deutlich, dass unsere Mitglieder und Kunden das positiv sehen. Auch die Anbieter zeigen reges Interesse: Auf unserem Marktplatz im Internet finden sich inzwischen 50 Lösungen, die im Verbund mit DATEV-Software eingesetzt werden können. Natürlich sind bei der Anbindung eines Drittsystems viele Details zu beachten, nicht zuletzt wegen des Sicherheitsaspekts. Das gilt insbesondere für die Cloud-Systeme, da dazu eine sichere Anbindung an unser Rechenzentrum realisiert werden muss. Bloße Arbeitsteilung war gestern, heute geht es um integrierte Prozessabläufe, die sauber ineinander greifen. Da gehen manche Dinge einfach noch nicht so schnell, wie wir uns das wünschen würden. Aber wir sind überzeugt, dass das Partnering der richtige Weg ist und gehen ihn unbeirrt weiter.

Ist eine bidirektionale Schnittstelle angedacht/beschlossen/in der Umsetzung?

Ja, wir prüfen auch, welche Daten sich auf welche Weise über DATEVconnect online an die Cloud-Systeme des jeweiligen Partners übergeben lassen. Kernpunkt bei den dahingehenden Überlegungen ist aber eine sinnvolle Integration des steuerlichen Beraters. Insofern handelt es sich nicht nur um die Frage der technischen Umsetzung, sondern auch um eine fachliche Fragestellung, was unsere Mitglieder wollen und was ihnen nutzt. Diese Diskussion ist noch nicht abgeschlossen.