• 13. März 2017

Sage Summit in Berlin

Sage Summit in Berlin

Sage Summit in Berlin 1024 683 Steuerköpfe

Sage Summit in Berlin

 Stephen Kelly (CEO Sage) auf der Bühne des Gasometer


Alle wollen in die cloud

Wer als Steuerberater Mandanten cloud-Zusammenarbeit schmackhaft machen möchte, sollte auch mal schauen, was Unternehmern in punkto Cloud-Computing direkt zur Verfügung steht. Sage ist da ein Beispiel. In Berlin stellte das Unternehmen jetzt Sage Live vor. Das neue cloud-Angebot setzt auf der Salesforce-Plattform auf. Und auch Steuerberater sollen für die Zusammenarbeit über die cloud gewonnen werden. [Offenlegung: Mein Einsatz in Berlin wurde finanziert von Sage.]

Rainer Downar, Executive Vice President Central Europe, Sage


82 Prozent Wachstum beim cloud-Geschäft, 43 Prozent Wachstum bei on-premise-Lösungen – Rainer Downar (Executive Vice President Central Europe) konnte ein erfolgreiches Geschäftsjahr verkünden.

Während Sage in Deutschland häufiger in Unternehmen, als in Kanzleien anzutreffen ist, zählt Sage in England, Frankreich und Spanien zu den führenden Anbietern von Kanzlei-Software. Sage ist nach eigenen Angaben weltweit der drittgrößte Anbieter von kaufmännischer Software. In den insgesamt 23 Landesgesellschaften arbeiten 13.000 Angestellte, die im Geschäftsjahr 2014/2015 rund 1,56 Mrd. Pfund erwirtschafteten.

Internationales Aufsehen machte Sage zuletzt mit dem Buchhaltungs-Chatbot Pegg (siehe den Steuerköpfe-Artikel hier). Ende des Jahres soll er in der online-Buchhaltung Sage One integriert sein. Sage One, war da nicht mal was? Richtig, Sage One war Partnersoftware von ETL beim Start der online-Steuerberatung felix1.de. Jetzt wurde Sage One renoviert und um das günstigere Einstiegsangebot „Sage One Start“ erweitert (8 Euro mtl., 14 Euro für die Vollversion).

Andreas Zipser (links) im Gespräch mit Klöckner& Co CEO Gisbert Rühl, der das Duisburger Unternehmen in das Amazon des Stahlhandels verwandeln möchte.

Sage setzt beim Vertrieb stark auf Partnerschaften und Provisionen. Das funktioniert mit Buchhaltungsbüros und Beratern im Ausland, aber aufgrund des Berufsrechts nicht mit hiesigen Steuerberatern. Dennoch sucht Sage die Zusammenarbeit mit dem Berufsstand: „Wir arbeiten mit Verbänden und anderen Organisationen, um die Sichtbarkeit von Sage im Steuerberatermarkt zu verbessern“, sagt Andreas Zipser, Vice President Sales. Darüber hinaus hat Sage eine „Accountancy-Initiative“ gestartet, um die Zusammenarbeit zu fördern. Das Angebot: Sage-Cloud-Software als Kollaborationstool mit den Mandanten nutzen. Ob Solo-Unternehmer oder Mittelständler – Sage bietet Lösungen, die sich nach den Anforderungen des Unternehmens richten und mitwachsen sollen und dabei dem Steuerberater stets den Blick über die Schulter des Mandanten erlauben. Als Ansprechpartner für Steuerberater und Steuerberaterinnen steht Sage-Mitarbeiter Torsten Joch (xing) bereit. 

Sage Live Dashboard

Sage Live ist eine cloudbasierte Geschäfts- und Buchhaltungslösung, die sich an Unternehmen mit 10 bis 200 Mitarbeitern wendet. Auf dem Sage Summit wurde sie erstmals vorgestellt. Das Bild oben zeigt das frei gestaltbare Dashboard der Software. Tiefergehende Finanzdaten lassen sich in anpassbaren Cashflow-Berichten und Scoreboards auch für mehrere Unternehmen darstellen. Mobile Apps für die gängigen devices und auch die Apple Watch ermöglichen die Arbeit unterwegs, etwa bei Rechnungserstellung, Freigaben und Zahlungsverkehr. Sage Live berücksichtigt länderspezifische Unterschiede und ist auf mehrere Sprachen und Währungen ausgelegt. Da die Software auf der Salesforce-Plattform aufbaut, sollen speziellere oder branchentypische Erweiterungen ganz einfach per Klick integrierbar sein, zum Beispiel ein zusätzliches Dokumenten-Managementsystem – wobei die Sage Live Daten und Kommunikationsdaten nach Unternehmensangaben bereits revisionssicher abgespeichert werden. Sage One, das eine Renovierung erfuhr, wendet sich an Kleinunternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern. Für größere, mittelständische Unternehmen stehen mehrere cloud- und on-premise-Lösungen bereit. Eine Übersicht über alle Produktvorstellungen findet sich bei Golem




Salesforce bietet Cloud-Computing – besonders fürs Management von Kundenbeziehungen und Vertrieb. Darüber hinaus ist Salesforce eine weltweite Plattform, auf der Entwickler Erweiterungen bereitstellen und Anwender diese mit wenigen Klicks in ihre Lösungen integrieren können: siehe AppExchange. Mit Einstein steht sogar eine eigene Künstliche Intelligenz zur Verfügung.

Oliver Henrich, Vice President Product Engineering Central Europe

Wie wird die Lohn- und Finanzbuchhaltung der Zukunft aussehen?

Oliver Henrich: Die wird meist über die cloud stattfinden, schon aus Kostengründen. Wir stellen zudem fest, dass Kunden vermehrt Arbeiten auslagern – gerade beim Lohn. Sage bietet dazu ein Business Process Outsourcing an, von der reinen Abrechnung bis zu HR-Dienstleistungen. Der Kunde der Zukunft wird also weniger selbst machen, dank cloud, dank Auslagerung und dank Vereinfachung. Das klassische Soll-Haben-Konto wird es weiter geben, aber das Interface dazu wird vereinfacht: Mit Buchungsfällen wird der Kunde unterstützt, sodass er nur einzugeben braucht „Geschäftsessen mit Kunde xy“ und die Software wird die entsprechenden Konten und Kundendaten auswählen.

Wie wird sich die Buchhaltung für Steuerberater ändern?

Oliver Henrich: Deren Geschäft sind gerade die komplexeren Aufgaben, die für Automation z.B. via Pegg noch etwas zu hoch sind. Pegg betrifft Einahmen-Ausgaben-Buchungen. Wir stehen am Anfang einer neuen, innovativen Idee, die aber rasant den Kinderschuhen entwachsen wird. Jetzt geht es um den Grundgedanken und den Nutzen, und der ist – selbst im einfachen Fall von Pegg – unübersehbar. Sinn dieser Systeme ist es, überall und jederzeit Abläufe anstoßen zu können – ohne Büro-PC, ohne dass ich das richtige Konto oder die Kundennummer kennen muss. Dieses Prinzip können auch Steuerberater für das Massengeschäft nutzen.

Dr. Pero Mićić

Wir wollen unser Leben verbessern, denken dabei aber kurzfristig und versauen uns so die Zukunft. Das war das Thema von Keynotespeaker Dr. Pero Mićić (Homepage). Um sich vor den langfristigen Folgen jetziger Dummheiten zu bewahren, hat sich Mićić eine Zahl gemerkt: 2067. Das Jahr seines 100. Geburtstags. Um die küchenpsychologischen Fallen zu umgehen, die wir uns bei der Lebensplanung selber stellen, kann uns auch Technologie helfen. Und so schlug er den Bogen zum Beratungsgeschäft: Mićić hat sein Genom sequenzieren lassen und sich so über Veranlagungen für bestimmte Krankheiten informiert. „Ich möchte doch, dass mein Arzt sowas auch macht“, sagte er. Technologische Unterstützung – zum Beispiel durch die künstliche Intelligenz von Watson – als Basis für die Beratung durch Experten. „Die Kunden der Zukunft werden es nicht akzeptieren, dass sich ihr Berater allein auf sein Gedächtnis verlässt.“ Sein Vortrag ist auch auf youtube zu finden in einer kurzen und einer längeren Version – hörenswert!

Stephen Kelly brachte als Sage-CEO die internationale Perspektive ein. Mit Deutschlandfähnchen als Manschettenknopf und auf Sage-grünen Socken berichtete er von seinen Beobachtungen und Überzeugungen: Weltweit erwarteten Unternehmer, dass die Unternehmenssteuerung per Handy möglich sein müsse. Die heranwachsende Generation werde nicht tolerieren, dass sie im Privatleben auf Handys und digitale Assistenten bauen könne, im Arbeitsleben aber auf Client-Server-Programme stießen und auf eine Tastatur angewiesen seien. In Hinblick auf Steuerberater berichtete er, dass diese ihr Geschäftsmodell zunehmend Richtung Unternehmensberatung ergänzten. Sage wolle in dieser Hinsicht die Schnittstelle zwischen den Beratern und Unternehmern einnehmen.

Stephen Kelly (links) und Rainer Downar




Der zum Veranstaltungsort umgebaute Gasometer in Berlin-Schöneberg war bis 2015 auch Drehort für die Polit-Talkshow von Günther Jauch. In den umliegenden Gebäuden stellten Entwickler und Kooperationspartner von Sage ihre Lösungen vor, die zum Teil auch auf dem Salesforce-Appexchange zu finden sind.

Links:

Golem: Office 365 wird fester Bestandteil von Sage 50c – Finanzsoftware: Wolkig mit Aussicht auf Neuheiten – Golem.de

Chefbüro: Unternehmensabläufe mobil und in Echtzeit steuern: Sage Live jetzt verfügbar

Sage Blog: Ein Feuerwerk an disruptiven Ideen – Sage Summit Tour in Berlin Sage Summit Tour, Tag 1 – ein Nachmittag mit Magie aus Sicht einer TeilnehmerinSage begeistert Partner auf dem Summit in Berlin

Offenlegung: Mein Einsatz in Berlin wurde finanziert von Sage. Die Zitate wurden mit den Gesprächspartnern abgestimmt. Darüber hinaus hat Sage keinen Einfluss auf diesen Artikel genommen.