• 8. April 2018

10 Fragen an … StB Achim Strinkau

10 Fragen an … StB Achim Strinkau

10 Fragen an … StB Achim Strinkau 1024 440 Steuerköpfe

Als „Alternativer“ im Norweger-Pulli war der Einstieg in die Steuerberatung für Achim Strinkau eine Umgewöhnung. Aber das Geschick für die Beratung brachte er mit. Heute führt er eine Kanzlei in Hamburg.

Zur Person

Achim Strinkau (xing) ging den Praktikerweg und liebt das Netzwerken und den Austausch.

Zur Kanzlei

Die achtköpfige Kanzlei (Homepage) liegt im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld und ist Mitglied im Kooperationsverbund HSP Gruppe.

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1. Warum sind Sie StB geworden?

Weil ich es kann! Ursprünglich wollte ich BWL studieren, musste jedoch für meinen Wunschstudienort ein paar Wartesemester einlegen. Auf Anraten meines Großvaters habe ich die Wartezeit mit der Ausbildung zum Steuerfachangestellten überbrückt.

Wie seinerzeit 1984 neben Punkern und Poppern als „Alternativer“ in Latzhose und Norweger angesagt, traf ich dort auf eine neue Welt und auf Menschen, mit denen ich zuvor nie zu tun hatte: der Chef war gottgleich, man konnte die Stecknadel fallen hören und zum Lachen gingen alle in den Keller. Die Sekretärin bestand mit ihren 64 Jahren darauf, Fräulein genannt zu werden; wie alles andere in deren Leben „war das schon immer so“ oder „es war noch nie so“. Für mich hieß es: Kleidung wechseln, Zähne zusammenbeißen und durchhalten.

Im Anschluss an die Ausbildung war aus familiären Gründen an ein Studium nicht mehr zu denken und ich habe als Steuerfachgehilfe mehrere Arbeitgeber einschließlich WPs durchlaufen; damit auch grundverschiedene Systeme und Umgang mit Mitarbeitern kennen lernen dürfen.

Fachlich habe ich immer für die Beratung direkt mit den Mandanten interessiert. Weil ich es kann, haben mich die alle Kanzleien nach kurzer Zeit auch gelassen. Und so halte ich es heute auch noch. Im Vordergrund stehen für mich der Mensch und sein Unternehmen bevor das sprichwörtliche Kind in den Brunnen gefallen ist – also die vorausschauende Beratung im Gleichgewicht mit all seinen Belastungen weit über das steuerliche hinaus.

Auch wenn die Steuerberaterprüfung selbst damit gar nichts zu tun hat, war es vor 19 Jahren nur konsequent, die Prüfung zum Berater noch abzulegen und eine eigene Kanzlei aufzubauen.

2. Ihre fachliche Dienstleistung bieten auch zig andere Kanzleien – was stellen Sie heraus, wenn Sie potentiellen Mandanten Ihre Kanzlei empfehlen möchten?

In dem Bewusstsein, dass es uns glücklicher macht, etwas für andere zu tun, als für sich selbst, möchten wir unsere Mandanten umfassend bei der Realisierung ihrer Vision begleiten. So machen wir uns die Probleme der Mandanten zu eigen. Unsere Mandanten sollen sich voll und ganz auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können; um das steuerliche, wirtschaftliche „Drumherum“ kümmern wir uns; denn hier sind wir die Profis.

Gerade im digitalen Wandel und der zunehmenden künstlichen Intelligenz ist es umso wichtiger, dass uns der Mandant im Gegenzug größtes Vertrauen schenken darf, kann und muss.

Neben der Beratung als Mensch betreiben wir die Digitalisierung weit über das Angebot unseres Softwarehauses, der Datev hinaus. Unsere Kanzlei ist sehr offen, was Vorsysteme angeht. Seit den 90ern biegen wir aus Fremdbuchhaltungen die Schnittstellen und Datenübergaben so zurecht, dass der Mandant und wir weniger Arbeit und alle mehr Bequemlichkeit haben.

Lebensqualität, Zeitgewinn, Spezialisierung und zusätzlich fachliche Sicherheit auf der Datenautobahn durch uns, das sind unsere Verkaufsargumente.

3. Wo holen Sie sich Inspiration für Ihre Arbeit?

Im Austausch mit Kollegen und in der HSP STEUER Gruppe; aber auch bei meinen Mitarbeitern und meiner Familie und nicht zuletzt durch die Mandanten selbst, deren Visionen ich begleiten oder/und mit zum Leben erwecken will.

4. Welche geschäftliche Herausforderung beschäftigt Sie derzeit am meisten?

In diesem Jahr legen wir den Grundstein, uns alle für die Zeit nach der Digitalisierungsumstellung mit mehr Schwerpunkt als Berater und Datenautobahnbegleiter fit zu machen. Uns hemmt dabei die mangelhafte Qualität des Netzes in Deutschland und die in die Jahre gekommene Software für unseren Berufsstand. Was an Software auf uns als Berater losgelassen wird, macht nicht wirklich Spaß. Die Softwarearchitektur scheint mir nicht wirklich auf den bisherigen und erst recht nicht auf den aktuellen oder gar zukünftigen Workflow abgestimmt. Wenn ich es noch erleben darf, dass mir auf Kanzleiorganisationsebene ein Aha-Erlebnis widerfährt, wie ich es bei meinem ersten iPhone hatte; es würde mich sehr freuen…

5. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?

Auffassungsgabe, Identifikation mit dem Beruf und Teamfähigkeit; vieles davon auch aus dem Bauch heraus – Zeugnisse spielen dabei eine untergeordnete Rolle.

6. Mal angenommen, der Kammerzwang fällt, jeder darf Steuerberatung anbieten und Steuerberater auch gewerbliche Leistungen: Was tun Sie?

Mit meiner GmbH & Co. KG bin ich bereits gewerblich geprägt und sogar dreifaches Kammermitglied mit einer entsprechenden finanziellen Belastung. Ich habe noch nicht gespürt, wo genau die entsprechende Gegenleistung liegt, die uns in die Zukunft bringt. Vor dem Hintergrund glaube ich nicht, dass sich abgesehen vom Kammerbeitrag etwas großartig für mich ändern würde.

7. Auf welche geschäftliche Entscheidung/Erfolg sind Sie stolz?

Es freut mich immer dann, wenn wir über die Steuerdeklaration hinaus in den Lebensentscheidungen unserer Mandanten wirklich helfen konnten. Und stolz bin ich auf meine Frau; mit meinem Einsatz für meine Kanzlei und meine Mandanten war es nicht immer leicht mit mir.

8. Sie können – unbemerkt und ungestraft – hinter die Kulissen einer anderen Kanzlei schauen: Was würden Sie ausspionieren?

Arbeitsabläufe und Struktur; aber nicht heimlich – ich würde mir lieber einen beiderseits fruchtenden Austausch wünschen.

9. Welche natürliche Gabe würden Sie gern besitzen?

Vielleicht in einigen Situationen mehr Schlagfertigkeit.

10. Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Den Norwegerpullover von damals habe ich noch und noch hat man mich nicht eingewiesen; so bin ich im Großen und Ganzen mit der Gesamtsituation nicht unzufrieden.