• 29. Mai 2018

10 Fragen an … RA StB Marco Hess

10 Fragen an … RA StB Marco Hess

10 Fragen an … RA StB Marco Hess 1024 683 Steuerköpfe

Marco Hess führt als Steuerberater und Rechtsanwalt die elterliche Kanzlei fort. Er hat Spaß an den Herausforderungen der Digitalisierung und seine Mandanten fordern Beratung dazu auch ein. Als Referent der Datev spricht er auf den Regional-Info-Tagen und gibt dabei auch gern einen kleinen Kniff weiter, mit dem er Unternehmen online verkauft.

Zur Person

Erst Rechtsanwalt und dann Steuerberater – das war Marco Hess‘ (xing) Weg in den Beruf. Er ist Familienvater und arbeitet kurz an den “Kindertagen”. Nach Stationen u.a. bei Flick Gocke Schaumburg führt er seit 2006 die elterliche Kanzlei fort.

Zur Kanzlei

Die Kanzlei liegt in Baden-Württemberg, etwa auf halben Weg zwischen Frankfurt und Nürnberg. 14 Köpfe arbeiten dort.

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Bei den Jahresgesprächen bekommen seine Mandanten stets ungefragt eine kleine Unternehmen online Demonstration. Keine prinzipielle Demo, sondern ganz konkret mit echten Belegen des Mandanten. Vorab investiert er eine Stunde in das Setup der Unternehmen online Welt und stellt sicher, dass die Dokumente, die er im Gespräch dann live scannt, auch tatsächlich hundertprozentig erkannt werden. Die Begeisterung bei der Vorführung ist dann immer groß. „Ich sage dann stets dazu, dass es nicht immer so perfekt klappt, sagt er.

1. Warum sind Sie StB geworden?

Ich habe bei meinem Vater einfach mitbekommen, wie toll der Beruf ist. Man kann Menschen beraten und helfen. Sie vertrauen einem sehr viel an und man kann ihnen konkret weiterhelfen. Mein Vater hat stets bedauert, dass ihm ein Quentchen Jura fehlen würde zur umfassenden Beratung. Und da war für mich der Weg klar: Übers Jurastudium und den Rechtsanwalt rein in den Steuerberaterberuf. Auch im Jura-Studium hatte ich alle Themen und Referendate schon auf die Steuerberatung ausgelegt.

2. Ihre fachliche Dienstleistung bieten auch zig andere Kanzleien – was stellen Sie heraus, wenn Sie potentiellen Mandanten Ihre Kanzlei empfehlen möchten?

Wir bieten mehr als reine Deklaration und sind Begleiter in allen Lebenslagen. Dabei sind wir sehr digital unterwegs. Wir können Interessenten neue Dinge und Wege aufzeigen. Mandantengespräche drehen sich sehr schnell um zukünftige Geschäftsmodelle und den Weg dahin. Selbstverständlich kennen sich die Mandanten in ihrer Branche besser aus, aber bei Themen wie Liquidität oder Planung können wir wertvollen Input geben. Und diese Beratung wird auch eingefordert.

3. Wo holen Sie sich Inspiration für Ihre Arbeit?

In Gesprächen mit Kollegen, auf dem Datev Marktplatz und in unserem Benchmarking-Zirkel, der sich vierteljährlich trifft.

4. Welche geschäftliche Herausforderung beschäftigt Sie derzeit am meisten?

Die Anforderungen der Digitalisierung bei allen Mandaten umzusetzen. Bald kommt der Buchhaltungsautomat und wenn dann alle Mandanten auf dem digitalen Weg sind, können wir direkt in die laufende Prozessberatung einsteigen und neue Beratungsthemen anbieten. Darauf freue ich mich. Was mich noch umtreibt: Den Teamgedanken in der Kanzlei noch stärker umzusetzen, die Mitarbeiter stärker als Berater positionieren und dadurch etwas freier in der eigenen Arbeitsplanung zu werden.

5. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?

Ich muss sagen: Bei uns auf dem Land ist die Azubi- und die Mitarbeiterfindung im Vergleich zur Stadt noch einfacher. Das ist vielleicht auch der Bonus, den man als bekannte und angesehene Kanzlei bekommmt. Was uns fehlen, sind Steuerberater und Steuerberaterinnen. Letztens hatten wir Glück und konnten eine Beraterin einstellen, die der Liebe wegen aufs Land gezogen ist. Das war ein glücklicher Zufall. Also, wenn jemand Berufserfahrung als Berater sucht: Wir stellen ein! Was die konkrete Auswahl betrifft, verlasse ich mich weitgehend aufs Bauchgefühl. Die Person muss zu uns und unseren Mandanten passen. Noten sind da kein hilfreicher Indikator. Viel wichtiger sind aufrichtiges Interesse und Einsatzbereitschaft, als auch Ausstrahlung, Höflichkeit und Hilfsbereitschaft im täglichen Umgang mit unseren Mandanten.

6. Mal angenommen, der Kammerzwang fällt, jeder darf Steuerberatung anbieten und Steuerberater auch gewerbliche Leistungen: Was tun Sie?

Ich mache weiter wie jetzt. Vielleicht würde ich eine GmbH für den Datenschutz gründen, aber das kann ich ja auch schon heute.

7. Auf welche geschäftliche Entscheidung/Erfolg sind Sie stolz?

Unsere Familienkanzlei ist seit 45 Jahren am Markt und ich bin einfach stolz, dass ich sie seit 2006 weiterführen darf.

8. Sie können – unbemerkt und ungestraft – hinter die Kulissen einer anderen Kanzlei schauen: Was würden Sie ausspionieren?

Die Prozesse. Das ist heutzutage das Wertvollste an einer Kanzlei.

9. Welche natürliche Gabe würden Sie gern besitzen?

Hellsehen.

10. Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Ich freue mich auf die Zukunft. Derzeit bin ich mit auf der Tour bei den Regional-Infotagen der Datev. Ich bekomme dabei tolle Anregungen und Kontakte. Die Digitalisierung ist für die Branche der größte Umbruch seit der Einführung des PC. Es gibt so viele Themen, die man jetzt im frühen Internetzeitalter als Pionier besetzen kann. Und die Herausforderung wird sein, sich weiterhin als umfassender Berater und erster Ansprechpartner rund um das berufliche und auch private der Mandanten zu positionieren.