• 15. Juni 2018

Fibutroniker: Datenanalyst und Prozessmanager – Weiterbildung des IFU-Instituts für Steuerfachangestellte (Werbung)

Fibutroniker: Datenanalyst und Prozessmanager – Weiterbildung des IFU-Instituts für Steuerfachangestellte (Werbung)

Fibutroniker: Datenanalyst und Prozessmanager – Weiterbildung des IFU-Instituts für Steuerfachangestellte (Werbung) 1024 444 Steuerköpfe

Das IFU-Institut bildet Steuerfachangestellte weiter zum Datenanalysten und Prozessmanager, dem so genannten Fibutroniker. Dieser soll Kanzleien helfen, das Versprechen der Digitalisierung einzulösen: leistungsstarke Kanzleien auf Augenhöhe mit digital agierenden Unternehmen. Die Lehrgänge starten im Herbst in Berlin, Bonn und Stuttgart.

StB Jens Henke hat gemeinsam mit dem IFU-Institut diese Fortbildung entworfen. Zusammen mit weiteren Referenten will er die Teilnehmer fit machen für den digitalen Wandel. Hier erklärt er, was es mit dem Fibutroniker auf sich hat.

Was ist ein Fibutroniker?

Das ist der zertifizierte Absolvent unseres Lehrgangs, der neben dem notwendigen handels- und steuerrechtlichen Wissen zur Finanzbuchhaltung auch das jetzt zusätzlich benötigte digitale Know-how vermittelt.

Der Lehrgang wendet sich an Steuerfachangestellte. Nach den insgesamt 14 Modulen á sechs Stunden steht eine schriftliche Prüfung und das Hochschulzertifikat „Zertifizierter Fibutroniker“. Ziel ist, die Kanzleikräfte zu kompetenten Ansprechpartnern digital ausgerichteter Mandanten zu machen.

Wie soll das gelingen?

Indem wir die Kompetenz der Steuerfachangestellten in den Feldern erweitern, die sich durch die Digitalisierung verändern. Fachlich sind Steuerfachangestellte für die Arbeit in der Kanzlei sehr gut ausgebildet. In den Zeiten der Digitalisierung schwinden aber alte Grenzen zwischen Kanzlei und Mandant und neue Herausforderungen stellen sich. Moderne Kanzleien arbeiten eng verzahnt mit ihren Mandanten, darauf wollen wir Steuerfachgestellte vorbereiten.

StB Jens Henke (Foto: privat)

Mit-Erfinder und Referent: StB Jens Henke (Foto: Jens Henke. Ein Selfie während der Aufnahme zum Podcast Kanzleifunk 59: Pitstopp – mit Dr. Stefa Hirsch & StB Jens Henke)

Tipp: StB Jens Henke und Prof. Dr. Ulrich Sommer haben aktuell in der DSTR einen Artikel zum Thema veröffentlicht: Digitale (R)Evolution – Chancen und Herausforderungen für die Steuer​beratung. (DStR 2018, 1253)

Die Leistung von Steuerberatungskanzleien war im Grunde immer schon Datenverarbeitung. Jetzt kommen diese Daten aber nicht mehr auf Papier und Wochen später, sondern digital und in Echtzeit. Kanzleikräfte müssen in der Lage sein, diese Daten anzunehmen, Mandantensysteme einzubinden und aus den Informationen – neben der Buchhaltung und den Erklärungen – Mehrwerte für die Mandanten zu generieren.

Ganz nebenbei müssen Steuerfachangestellte noch um die Fallstricke digital vorliegender Daten wissen und den Mandanten helfen, auch digital rechtlich in der Spur zu bleiben.

Diese enge Zusammenarbeit ändert auch die Kommunikation: Daten fließen per Schnittstelle, Nachfragen kommen über digitale Kanäle – beides ist für heutige Kanzleikräfte der Standard.

Und wer so näher an den Mandanten heranrückt, der braucht dafür nicht nur Kenntnisse über die IT-Infrastruktur in der Kanzlei wie beim Mandanten, sondern vor allem Verständnis für die Geschäftsprozesse.

Derart ausgebildete Steuerfachangestellte können Kanzleien helfen, das Versprechen der Digitalisierung einzulösen: Denn dieses Versprechen ist doch nicht, dass man die Arbeitserzeugnisse einer Kanzlei nunmehr portofrei per verschlüsselter E-Mail verschicken kann, sondern dass auch die Erkenntnisstiefe wächst und die Effektivität von Kanzleien mit der von digital durchstartenden Unternehmen mithalten und sie sogar verbessern kann.

Der Fibutroniker ist ein steuerlich qualifizierter Datenanalyst und Prozessmanager.

Ok, das ist eine Menge. Bevor wir das einzeln durchgehen: Was ist die Kurzdefinition für Fibutroniker?

In einem Satz: Der Fibutroniker ist ein steuerlich qualifizierter Datenanalyst und Prozessmanager.

Bei Datenanalyst denke ich nicht unbedingt zuerst an die Steuerberatung …

Aber schon an andere Wirtschaftszweige, wo deren Bedeutung täglich zu steigen scheint, nicht wahr? Diese gefragten Fähigkeiten sind auch in der Steuerberatung einsetzbar: Ein Datenanalayst weiß Daten zu beschaffen, sie aufzubereiten und zu verstehen und sie anschließend verständlich zu präsentieren, sodass Entscheidungen besser getroffen werden können.

Wenn ich mir das Lehrgangsprogramm anschaue, fallen mir viele Themen auf: Technik, Unternehmensorganisation, Visualisierung, Datenanalyse, Steuerrecht – was ist da der rote Faden?

Es ist ziemlich umfangreich. Der Ursprung dieses Lehrgangs war anfänglich meine persönliche Wunschvorstellung für die Mitarbeiterweiterbildung. Die Ausbildungsordnung wird ja gerade überarbeitet, aber so lange wollte ich nicht warten. Und so haben ich mit dem IFU-Institut und seinen Referenten unsere Vorstellungen vom zeitgemäßen Steuerfachangestellten und unsere Expertisen zusammengetragen.

Der rote Faden ist das Verständnis von Unternehmen, ihren Prozessen und Werkzeugen.

Der rote Faden ist das Verständnis von Unternehmen, ihren Prozessen und Werkzeugen. Damit können Sie die Verbindung zu den Mandanten knüpfen. Das ist entscheidend und absolut grundlegend, alles Weitere leitet sich ab:

In der Kanzlei geht es um die Anbindung der Daten und Systeme von Mandanten – also das ganze Technikthema: Welche IT-Infrastruktur nutzt der Mandant? Welche die Kanzlei? Welche Schnittstellen sind gefragt? Wie wird kommuniziert?

Ist die Anbindung geschafft, geht es zunächst um die richtige Verarbeitung – also um den buchhalterischen und steuerrechtlichen Aspekt, Qualitätssicherung und Fehlersuche – und dann um die Schaffung von Mehrwerten für die Mandanten und deren Präsentation.

Und zu jedem Punkt haben wir mehrere Module, die sich ergänzen.

Können Sie das an einem Beispiel verdeutlichen?

Absolut. Hinter jeder Software, die Sie anzapfen, steht eine Organisation. Jede x-beliebige Handwerker-Software ist ein eigenständiges, kleines, aber oft mächtiges ERP-System. Es bündelt komplexe Abläufe auf eine Art, die auf den Typ des Unternehmens zugeschnitten ist und den Unternehmer bei seiner Arbeit unterstützt.

Verstehen Sie die Organisation des Unternehmens nicht, hilft Ihnen auch der Steuerberater-Export des ERP-Systems nicht langfristig weiter. Daher ist das Verständnis der Organisation das A und O. Wir lehren, welche Organisationsformen und Anforderungen Handwerker, Produktionsbetriebe oder Dienstleister haben und welche Software sie einsetzen. Stichwort Unternehmensorganisation.

Für die Anbindung an Kanzleien müssen die Steuerfachangestellten up-to-date sein, was die IT-Infrastruktur der Kanzlei angeht. Dieses Wissen vermitteln wir.

Trickreich wird es dann bei der Verarbeitung der Daten. Hier spielen alle Themen eine Rolle: Unternehmensorganisation auf Seite der Mandanten, auf Seite der Kanzlei, Technik und Steuerrecht. Hier müssen die Mitarbeiter wachsam sein, aus Gründen der Qualitätssicherung, aus Gründen der Fehlersuche.

Ein Beispiel aus meiner Praxis: Ich musste am Tag einer Betriebsprüfung erfahren, dass der Mandant zwei Vorsysteme im Einsatz hatte. Die Daten des einen hatte ich, der Betriebsprüfer die des anderen. Prost Mahlzeit!

Solch eine Konstellation kann organisatorisch begründet sein. Etwa weil die Buchhaltung den Lageristen von den Daten abschneidet, dieser aber wissen muss, was in seinen Regalen liegt. Hatte ich schon betont, wie wichtig das Verständnis der Unternehmensorganisation ist?

Nach der buchhalterischen und steuerlichen Verarbeitung, geht es um die Mehrwerte für die Mandanten. Egal welches konkretes Ziel Sie dabei verfolgen: Grundlage ist immer die Datenverarbeitung. Daher lehren wir den einerseits den Umgang mit den nötigen Werkzeugen – von Excels Pivot-Tabellen, über bedingte Daten, den Vergleich Daten unterschiedlicher Quellen und den Möglichkeiten der Datenanalyse – sowie die zeitgemäße Visualisierung von Prozessen und Ergebnissen, zum Beispiel mit Powerpoint, Prezi, MS Visio oder anderen Werkzeugen

Wenn Sie Daten verschiedener Quellen heranziehen können, sind interessante Auswertungen möglich. Zum Beispiel: Stimmen die Daten aus der Faktura mit denen einer zusammenfassenden Meldung überein? Denn oft haben Sie zunächst für die ZM nur aggregierte Daten ohne Möglichkeit eines Drilldown zur Hand. Mit einer Verprobung ziehen Sie mit den Möglichkeiten eines Betriebsprüfers gleich und können den Mandanten vor Überraschungen schützen. Genauso beim Thema Kasse: Häufigkeitsanalysen. Häufen sich Stornos zu einer bestimmten Zeit, bei einem bestimmten Mitarbeiter?

Das ist der datenanalytische Teil unseres Lehrgangs. Wir streifen dabei auch den Bereich des so genannten process minings. Eine Analysemethode, die heterogene Daten heranzieht und Rückschlüsse auf die Verarbeitungsprozesse erlaubt. Eine mögliche Fragestellung des process minings ist zum Beispiel: Warum dauert die ESt-Erklärung in der Kanzlei so lange? Dazu ziehen Sie die Daten aus der Kanzleisoftware in eine passende Analysesoftware und können so auf den Auftragsdurchsatz und mögliche Bremsen im Prozess schließen.

Steuerfachangestellte für technische und organisatorische Beratung sowie für die Generierung von Mehrwerten für die Mandanten – überfrachtet das nicht die Erwartungen an die Mitarbeiter?

Es sind tatsächlich große Veränderungen, aber unterschätzen Sie nicht die Steuerfachangestellten! Schon jetzt sind es oft die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die mit Geduld den Mandanten das buchhalterische Einmaleins nahebringen und sie sicher durch die Untiefen der Programme und der zahllosen Vorschriften lotsen. Und diese ausgestreckte Hand wird heute und in der absehbaren Zukunft auch für die Digitalisierung gebraucht.

Die angesprochenen Verprobungen und Häufigkeitsanalysen sind fachliche absolute Heimspiele für diese Fachkräfte. Und jetzt haben wir endliche die Werkzeuge, solche Dienstleistungen effektiv und effizient zu erbringen. Das ist keine Raketenwissenschaft und ein Studium ist auch nicht erforderlich. Was die Angestellten dafür brauchen, können sie in unserem Lehrgang lernen.

Wer jetzt das richtige Team an den Start bringt, kann sich einen schönen Vorsprung erarbeiten

Warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt, derart in die Qualifikation der Mitarbeiter zu investieren?

Wir stehen am Beginn eines tiefgreifenden Wandels. Wer jetzt das richtige Team an den Start bringt, kann sich einen schönen Vorsprung erarbeiten: Mitarbeiter für die Themen Daten und Prozesse und Steuerberater für die steuerrechtlichen Rahmenbedingungen – das ist das neue Powerpack für den Kanzleierfolg.

Kontakt & Informationen

Kontakt

IFU-Institut für Unternehmensführung GmbH
Kollegienweg 20
53121 Bonn

Tel: 0228/520000
Fax: 0228/5200028

E-mail: bonn@ifu-institut.de
Information und Anmeldung

Kosten des Lehrgangs Fibutroniker

Lehrgangsgebühr 3950,00 € zzgl. USt pro Teilnehmer
Prüfungsgebühr 150,00 zzgl. USt pro Teilnehmer

Auf Wunsch alternativ können auch lediglich die neun Module „FiBu digital“ in Berlin, Köln oder Stuttgart zu einer Lehrgangsgebühr von 2.750 € zzgl. USt gebucht werden. Die Teilnahme an der Prüfung sowie eine Zertifikatsverleihung ist dabei allerdings nicht möglich.

Unterbringung

Das IFU-Institut hat in den Seminarhotels ein Zimmerkontingent reserviert. Das Formular zum Abruf finden Sie auf den Seiten des IFU-Instituts.

Seminarorte und -termine

Berlin ab dem 10.09.2018, Prüfung am 01.12.2018
Bonn ab dem 19.09.2018, Prüfung am 08.12.2018
Stuttgart ab dem 10.10.2018, Prüfung am 15.12.2018

Die Module der Weiterbildung zum Fibutroniker

  1. Modul: Fibu digital: Grundlagen MS‐Excel (Formeln, Pivot) EDV – Raum, Ref. Susanne Goldstein. Bilanzanalyse mit Excel (Erstellen von Strukturtabellen) – Aufbereiten bedingter Daten – Vergleich von Daten verschiedener Quellen
  2. Modul: Fibu digital: Grundlagen der Visualisierung (PowerPoint, Prezi, MS‐Visio) EDV‐Raum Ref. Susanne Goldstein. Ziel von Prozessvisualisierungen – Programme und Symbole zur Prozessvisualisierung – Systematisches Vorgehen – Anwendungsbeispiele
  3. Modul: Fibu digital: Grundlagen der IT‐Struktur bei Mandant und Steuerberater, Ref. Jens Henke, Aufbau der IT‐Struktur in einer Steuerkanzlei (Hardware, Kanzleisoftware, Office‐ Software, Kommunikationssysteme und ‐software) – Aufbau der IT‐Struktur bei Mandanten (Kassen‐ / Abrechnungssoftware, Warenwirtschaft‐ / ERP‐Systeme, CRM‐Systeme, Software im Produktionsprozess, Office‐Software) – Schnittstellen zwischen Kanzlei und Mandant
  4. Modul: Fibu steuerlich: Die Grundsätze ordnungsgemäßer Buch‐ und Kassenführung (inkl. der GoBD) Ref. Markus Chriske. Bedeutung der Aufzeichnungspflichten und Bilanzierungsgrundsätze – Grundlagen und Anwendungsmethoden der BP – Auswirkungen der nicht ordnungsgemäßen Buchführung
  5. Modul: Fibu steuerlich: Die Verbuchung laufender Geschäftsvorfälle, Ref. Kai Scharff / oder Maxi Geisler. Korrekte Verbuchung der täglichen Geschäftsvorfälle unter Berücksichtigung der handels‐ und steuerrechtlichen Vorgaben inkl. des notwendigen umsatzsteuerlichen Wissens zur Behandlung der Umsatzsteuer und des Vorsteuerabzugs
  6. Modul: Fibu digital: Formen der digitalen Zusammenarbeit „Berater – Mandant – Dritte“ im Bereich der Finanzbuchhaltung, Ref. Carmen Kretschmer. Schnittstellen zwischen Kanzlei, Mandant und Dritten – Lösungen zum digitalen Datenaustausch im Bereich der Fibu
  7. Modul: Fibu digital: Grundlagen der Geschäftsprozesse inkl. Verfahrensdokumentation, Ref. Stefan Hoffmann. Aufgaben und Ziele der Geschäftsprozessanalyse – Vorgaben durch die GoBD – Methoden der Geschäftsprozessanalyse – Praxisfall
  8. Modul: Fibu digital: Grundlagen der Datenanalyse, EDV – Raum, Ref. Dr. Von Rudorff. Aufgaben, Ziele und Formen der Datenanalyse – Methoden und Software zur Datenanalyse – Praxisfall
  9. Modul: Fibu digital: Vertiefung der Datenanalyse, EDV‐Raum, Ref, Dr. von Rudorff. Definition von Analysezielen und Parametern – Analyse von Daten verschiedener Quellen – Rechtliche Rahmenbedingungen
  10. Modul: Fibu steuerlich: Konsequenzen der korrekten Finanzbuchhaltung Ref. Heike Marczinek. Die Grundlagen des Finanzmanagements und einer Kosten‐ und Leistungsrechnung – Das richtige „Lesen“ einer BWA, einer Finanzbuchhaltung und eines Jahresabschlusses – Die Fibu als Frühwarnsystem im Hinblick auf eine bevorstehende BP
  11. Modul: Fibu steuerlich: Jahresabschlussarbeiten nach Handels‐ und Steuerrecht – unter Berücksichtigung des BilRUG Ref. Marczinek. Darstellung und Bewertung einzelner Bilanzposten auf Basis von Handels‐ und Steuerrecht zur Erstellung des ordnungsgemäßen Jahresabschlusses – Wesentliche Änderungen für Jahresabschlüsse durch das BilRUG
  12. Modul: Fibu digital: Vertiefung der Geschäftsprozessanalyse, EDV‐Raum n.n. Ref. Jan Dobinsky und Krzysztof Zembrowski. Geschäftsprozessanalyse Freiberufler, Einzelhandel, Handwerk und Produktion
  13. Modul: Fibu digital: (Neu‐)Organisation digitaler Geschäftsprozesse Ref. Jens Henke. Digitale Werkzeuge – Bestandsaufnahme – Auswahl optimaler Werkzeuge – Projektplanung – Projektumsetzung – Projektcontrolling
  14. Modul Fibu steuerlich: Besonderheiten bei Kapital‐ und Personengesellschaften im E‐ Bilanz‐Zeitalter Ref. Achim Neumann. Sonderbilanzen und Sonder‐GuV – Ergänzungsbilanzen und Ergänzungs‐GuV – Kapitalkonten in der PersG und KapG – Bewertungsvorschriften bei der GmbH & Co. KG und GmbH – Die Behandlung von Gewinnausschüttungen etc.

Schriftliche Abschlussprüfung, 4 Stunden