• 15. Juli 2018

10 Fragen an … StBin Silvia Borkowski

10 Fragen an … StBin Silvia Borkowski

10 Fragen an … StBin Silvia Borkowski 1024 591 Steuerköpfe

Silvia Borkowski profitiert vom Überraschungseffekt. Neue Mandanten staunen über die digitale Zusammenarbeit und den Pepp, mit dem ihre Beraterin Sachen anpackt. Nanu, Steuerberatung ist weder langweilig noch staubtrocken?

Zur Person

Silvia Borkowski (Facebook) hat als Angestellte das Steuerfach kennen und lieben gelernt. Inzwischen führt sie acht Angestellte und bildet selber aus.

Zur Kanzlei

Ihre Kanzlei in Herne hat Silvia Borkowski von Null an aufgebaut. Sie gibt Seminare für Existenzgründer und betreut diese auch steuerlich.

Werbung

1. Warum sind Sie StB geworden?

War nicht geplant, ist einfach passiert, weil es mir Spass macht. Nach dem Abi habe ich ein Semester auf Lehramt studiert, dann aber eine Ausbildung bei einer Beraterin begonnen und späte ein duales Studium und den Titel drangehängt.

2. Ihre fachliche Dienstleistung bieten auch zig andere Kanzleien – was stellen Sie heraus, wenn Sie potentiellen Mandanten Ihre Kanzlei empfehlen möchten?

Junge Frau, die den grauen Beruf bunter machen will. Ich arbeite gern digital mit meinen Mandanten zusammen und gerade die jüngeren Mandanten suchen und schätzen das. Es scheint sie auch oft zu überraschen, weil sie Steuerberatung für ein staubiges und papierlastiges Übel halten. Ich profitiere also vom Überraschungseffekt. Für mich ist die digitale Zusammenarbeit toll, denn je eher ich die Daten im Kasten habe, desto leichter fällt die nachgelagerte Arbeit – und davon bleibt ja immer noch reichlich. [Tipp: Auf der Facebook-Seite ihrer Kanzlei ruhig mal das Image-Video ansteuern und die schicken und modernen Räume bewundern. CB]

Das Image unseres Berufs ist leider ziemlich öde und wir bezahlen dafür mit Mitarbeitermangel. Hier in Herne gibt es zum Beispiel gar keine Berufsschulklasse mehr für unsere Azubis. Dabei ist der Beruf eine tolle Herausforderung mit vielen Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung. Dieses Thema hat unser Berufsstand leider zu lange vernachlässigt. Ich versuche, es besser zu machen in meiner Kanzlei: Ich bilde aus, habe ein Provisionsmodell – um auch finanziell Möglichkeiten bieten zu können – und bin Mitglied bei Valtaxa, die sich für die Kanzleikräfte einsetzen.

3. Wo holen Sie sich Inspiration für Ihre Arbeit?

Auf meiner Terrasse. Ich bin mit meiner Kanzlei umgezogen und habe jetzt Wohnung und Kanzlei im gleichen Haus. Meine Terrasse ist jetzt nah und lädt zum Ausspannen ein.

4. Welche geschäftliche Herausforderung beschäftigt Sie derzeit am meisten?

Mitarbeiterführung. Angefangen habe ich mit einer Mitarbeiterin, heute sind es acht. Ich setze auf die Eigenmotivation meiner Angestellten und wende daher ein Provisionsmodell an. Das funktioniert gut – aber nicht mit jedem. Daher ist Mitarbeiterführung für mich das wichtigste Thema. Früher war das Honorar auch ein leidiges Thema, aber seitdem ich mit einer Verrechnungsstelle (StBVS) zusammenarbeite, habe ich weniger Arbeit und Sorgen und mehr Liquidität. Eine unglaubliche Entlastung!

5. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?

Persönlichkeit und Wille, sich immer weiter zu entwickeln

6. Mal angenommen, der Kammerzwang fällt, jeder darf Steuerberatung anbieten und Steuerberater auch gewerbliche Leistungen: Was tun Sie?

Fitnesstrainerin werden. Früher war ich verrückt nach Sport, jetzt kommt er leider berufsbedingt zu kurz. Zur Selbstverwaltung möchte ich aber sagen, dass sie auch ein Schutz ist. Hier in der Gegend gibt es so einige Buchhaltungsservices, die auch unerlaubte Steuerberatung leisten – mit teils unerfreulichen Folgen für die Mandanten. Als Berater kann man dann die Kartoffeln aus dem Feuer holen. Das und das Abwälzen von Bürokratie auf uns Berater sind die zwei Schattenseiten an unserem Beruf – den ich aber nach wie vor liebe. Sonst wäre ich ja schon längst Fitnesstrainerin.

7. Auf welche geschäftliche Entscheidung/Erfolg sind Sie stolz?

Alles ohne Hilfe aufgebaut zu haben.

8. Sie können – unbemerkt und ungestraft – hinter die Kulissen einer anderen Kanzlei schauen: Was würden Sie ausspionieren?

Mitarbeiterführung

9. Welche natürliche Gabe würden Sie gern besitzen?

Hellsehen

10. Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Spaßig