• 5. August 2018

10 Fragen an … StB Frank Ahrens

10 Fragen an … StB Frank Ahrens

10 Fragen an … StB Frank Ahrens 1024 683 Steuerköpfe

„Mit Handwerkern kann man schnörkellos reden, das gefällt mir“, sagt StB Frank Ahrens. Dieser Zielgruppe bietet er ganz praktische Betriebswirtschaft mit handfestem Nutzen. Zum Beispiel zeigt er den Meistern auf, was es sie kostet, wenn die Monteure noch kurz zum Bäcker fahren, wenn die Stechuhr schon läuft.

Zur Person

Frank Ahrens (xing) hat lange mit der Buchführung gefremdelt. Irgendwann hat es Klick gemacht. Vielleicht hilft ihm diese Erfahrung dabei, seine stark betriebswirtschaftlich beratende Kanzlei so erfolgreich an Handwerker zu vermarkten wie er es heute tut. Stichwort Erfolgsreporting.

Zur Kanzlei

Als Einzelkanzlei übernommen, heute ein Expertennetzwerk. 2013 begann Ahrens, mit externen Coaches das Geschäftsmodell auf Erfolgsreporting umzustellen. Wichtigste Zielgruppe: das Handwerk.

Werbung

1. Warum sind Sie StB geworden?

Weil mir die dunkle Seite der Macht nicht gefallen hat. Der Patenonkel meines Bruders arbeitete damals im Finanzamt und gab mir einen Tipp, als Ausbildungsstellen besetzt werden mussten. So bin ich mehr aus Zufall bei den Steuern gelandet. Zwei Jahre lang habe ich Buchführung nicht verstanden, bis es irgendwann kurz vor der Prüfung Klick gemacht hat. Mit einem guten Prüfungsergebnis, kann man eine vernünftige Laufbahn beim Finanzamt im mittleren Dienst einschlagen. Ich hatte leider den Tag der mündlichen Prüfung einen Blackout und mir ein gutes Prüfungsergebnis vermasselt. Also habe ich die Fachhochschulreife nachgeholt und bin an die Fachhochschule nach Worms, wo ich BWL mit Schwerpunkt Steuerrecht studierte. Da kam mir die FA-Ausbildung wieder sehr zugute und ich konnte eigene Tutorien leiten. Parallel habe ich in einer Celler Kanzlei gejobbt und später in einer mittelgroßen Kanzlei gearbeitet. Den Titel habe ich seit 2002. Dann bin ich zurück in meinen Heimatort und habe einen lokalen Steuerberater gefragt, ob er einen Nachfolger hat. Hatte er nicht, aber dann schon.

2. Ihre fachliche Dienstleistung bieten auch zig andere Kanzleien – was stellen Sie heraus, wenn Sie potentiellen Mandanten Ihre Kanzlei empfehlen möchten?

Ich hatte immer darauf gezielt, ein tieferes Branchenwissen aufzubauen, um später daraus Effizienzgewinne für den Mandanten und auch für mich ziehen zu können. Heute kann ich dieses Wissen Handwerkern – besonders Malern – gut andienen. Vor allem in betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Belangen zur Führung eines Handwerksbetriebes können wir vieles beitragen. Für uns spricht auch, dass wir sehr technikfreundlich und dadurch gut am Puls der Zeit sind und unsere Mandanten auch in technischen Fragen zur Seite stehen. Unsere Monatsabschlüsse haben Jahresabschluss-Qualität. Gut kommt bei unseren Mandanten auch an, dass wir zu Festpreisen arbeiten und die Steuern stets monatlich mit kalkulieren. Unsere Mandanten wissen zu jeder Zeit, was wir kosten und was an Steuern fällig wird.

3. Wo holen Sie sich Inspiration für Ihre Arbeit?

Auf Seminaren, beim Treffen des Delfi-net und in meinem Datev-Arbeitskreis mit Kollegen aus Norddeutschland. Und ich lese viel vor allem Bücher und Artikel die nichts mit der fachlichen Arbeit zu tun haben. Der Blick über den Tellerrand ist sehr wichtig.

4. Welche geschäftliche Herausforderung beschäftigt Sie derzeit am meisten?

Die Kanzlei weiter zukunftsfähig zu machen. Unser Ziel ist, die Digitalisierung voranzutreiben, damit wir mittelfristig durch Automation mehr Zeit für die Beratung gewinnen. Inzwischen sind 40 Prozent unserer Mandanten bei Datev Unternehmen online dabei; das hat stark zugenommen. Inzwischen fühlt es sich fast komisch an, sich einen Pendelordner vorzunehmen. Das bricht Arbeitsabläufe, das stört geradezu. Ich kann voll bestätigen, was Christian Wenzel im Kanzleifunk erzählt hat: Die ersten Mandanten auf digitale Anlieferung umzustellen, dauert und kostet richtig Nerven. Aber wenn ein Schwellenwert geschafft ist, geht es auf einmal richtig schnell. Dann läuft das fast von alleine; fast…

5. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?

Begeisterungsfähigkeit auf der Bewerberseite und Bauchgefühl auf meiner Seite. Technische Affinität, ein Gefühl für die Zahlen und Teamfähigkeit müssen da sein. Das Arbeitsgebiet wandelt sich gerade sehr stark und es werden andere Fähigkeiten als noch vor 5 Jahren gebraucht. Daher müssen wir die Mitarbeiter auch umfangreich schulen. Die alten Ausbildungsergebnisse sagen da nicht viel aus. Und vor allem benötigen wir andere Mitarbeiter. Die Branche kann sich gerade neu erfinden; das ist zwar herausfordernd aber auch unheimlich spannend.

6. Mal angenommen, der Kammerzwang fällt, jeder darf Steuerberatung anbieten und Steuerberater auch gewerbliche Leistungen: Was tun Sie?

Das gleiche wie jetzt auch. Wahrscheinlich würde ich die Unternehmensberatung strukturell stärker ausbauen und eigene Berater für ergänzende Fachgebiete einstellen bzw. einbinden, so wie große Firmen das auch machen würden. Wenn der nervige Eiertanz “darf ich das oder geht das der Kammer schon zu weit” wegfiele wäre ein echter Gewinn. Das engt ziemlich ein und lässt uns noch viel Wachstumspotential am Straßenrand liegen lassen.

7. Auf welche geschäftliche Entscheidung/Erfolg sind Sie stolz?

Ich bin froh, dass ich 2013 begonnen habe, die Kanzlei auf die Digitalisierung einzustellen und dass mein Schwung bis heute nicht nachgelassen hat. Vor allem das die Mitarbeiter mitgezogen haben und es auch heute noch tun. Das ist nicht selbstverständlich. Vor allem nicht, wenn ich laufend mit neuen Sachen ankomme. Bisher hat sich jedoch noch ein sehr großer Teil meiner Ideen am Ende als hilfreich und nützlich für alle gezeigt. Das bleibt im Kopf der Mitarbeiter und so manche andere neue Sache einfacher.

8. Sie können – unbemerkt und ungestraft – hinter die Kulissen einer anderen Kanzlei schauen: Was würden Sie ausspionieren?

Spionieren ist ganz mein Ding; ich stehe lieber für den offenen Austausch. Dann aber würde mich brennend interessieren, was tun die Kollegen und Kolleginnen, um aus Mitarbeitern Mitunternehmer zu machen? Da würde ich gerne in den Austausch gehen um die Konzepte abzugleichen und zu verfeinern.

9. Welche natürliche Gabe würden Sie gern besitzen?

Es gelingt mir zwar oft, aber leider noch nicht immer: das Feuer in anderen Menschen entfachen. Die Begeisterung, um daraus den eigenen Antrieb zu gewinnen Dinge umzusetzen.

10. Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Hellwach in aufregenden Zeiten und dabei ein bißchen zu technikverliebt.