• 19. August 2018

10 Fragen an … StBin Michele Schwirkslies-Filler

10 Fragen an … StBin Michele Schwirkslies-Filler

10 Fragen an … StBin Michele Schwirkslies-Filler 1024 512 Steuerköpfe

Als Referentin hält sich Michele Schwirkslies-Filler fachlich stets fit. Aber bei hochsommerlichen Temperaturen muss die Zeitschrift DStR auch mal als Fächer herhalten.

Zur Person

Michele Schwirkslies-Filler hat ihre Laufbahn bei der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen begonnen und später bei einer Berliner Kanzlei angeheuert. Als Referentin für die DAW-Akademie unterrichtet sie Kanzleikräfte im Steuerrecht.

Zur Kanzlei

Michele Schwirkslies-Filler arbeitet als angestellte Steuerberaterin bei einer mittelständischen Kanzlei in Berlin.

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1. Warum sind Sie StB geworden?

Ich bin Steuerberater geworden, weil es sich um einen Beruf handelt, der einen aufgrund der sich ständig ändernden Gesetze und Rechtsprechung viel Engagement und Durchhaltevermögen abverlangt. Trotz der vielen Gesetze, BMF- und Gerichtsentscheidungen hat man Kontakt mit Menschen und darf diesen dabei helfen, ihr Unternehmen zu optimieren und voranzubringen was den Bereich der Buchführung und Steuerberatung angeht und das entlastet die Unternehmer und Geschäftsführer ein wenig vom Tagesgeschäft. Meine Ausbildung zur Dipl.-Finanzwirtin (FH) habe ich bei der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen absolviert. Und auf die Ausbildung dort lasse ich nichts kommen, die ist top! In der Berufspraxis hat es mich aber zunehmend gestört, dass man über Gesetzesänderungen oft erst durch die Einsprüche der Steuerberater erfahren hat. Das hat mein Interesse geweckt. Ich arbeite gern dort, wo man fachlich stets vorn sein muss. Dieser Ansporn hat mich dann auch auf die Schiene als Referentin für Steuerrecht gebracht.

2. Ihre fachliche Dienstleistung bieten auch zig andere Kanzleien – was stellen Sie heraus, wenn Sie potentiellen Mandanten Ihre Kanzlei empfehlen möchten?

Neben der technischen Unterstützung bieten wir auch die Möglichkeit, dass wir für unsere Mandanten ansprechbar sind, auch zu Zeiten, die von den täglichen Geschäftszeiten mal abweichen. Immer im Fokus, dass die Mandanten einen Ansprechpartner haben, dem sie über Jahre hinweg vertrauen können (entgegen einer immer häufiger vorkommenden Fluktuation, die sich in einer Vielzahl der Steuerbüros abzeichnet).

3. Wo holen Sie sich Inspiration für Ihre Arbeit?

Durch das Halten von Vorträgen im Steuerrecht, um die zahlreichen Kollegen und Mitarbeiter, auch anderer Büros, fit zu halten zu unseren täglichen Brot- und Butterthemen. Es gibt im Beruf fast nichts Schöneres, als eine Kommunikation mit Kollegen und Mitarbeitern auf Augenhöhe. Eine weitere Inspirationsquelle sind die Mandanten. Man lernt immer wieder neue Menschen und Geschäftsmodelle kennen.

4. Welche geschäftliche Herausforderung beschäftigt Sie derzeit am meisten?

Den Mandanten von der Digitalisierung zu überzeugen, um die laufenden Prozesse zu optimieren und dem Mandanten so schnell und vollumfänglich wie möglich Zugriff auf die Buchhaltungsauswertung und ähnlichem zu ermöglichen. Das gelingt am besten aus der Situation heraus, wenn die Mandanten die Vorteile selbst erleben. Zum Beispiel wenn ein traditionell arbeitender Mandant Unterlagen für eine Ausschreibung braucht und wir diese im Handumdrehen bereitstellen können. Dann kommen oft Rückfragen wie „Warum ging das so schnell? Habt ihr etwas umgestellt? Ich will das auch”.

5. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?

Teamfähigkeit, Ehrgeiz, Empathie, Authentizität und Willensstärke.

6. Mal angenommen, der Kammerzwang fällt, jeder darf Steuerberatung anbieten und Steuerberater auch gewerbliche Leistungen: Was tun Sie?

Weiterhin freiberuflich Fortbildungen im Steuerrecht halten, damit auch alle die Möglichkeit haben ihre Mandanten so gut und umfangreich wie möglich beraten zu können und den aktuellen Rechtsänderung Herr zu werden.

7. Auf welche geschäftliche Entscheidung/Erfolg sind Sie stolz?

Sehr stolz bin ich darauf, die Möglichkeit bekommen zu haben Artikel im Steuerrecht zu schreiben und Vorträge halten zu dürfen, das hält mich fit im Steuerdschungel und gibt mir viel Sicherheit.

8. Sie können – unbemerkt und ungestraft – hinter die Kulissen einer anderen Kanzlei schauen: Was würden Sie ausspionieren?

Wie man am besten Mandanten akquiriert; besonders wie sich Weiterempfehlungen fördern lassen, sodass Mandanten quasi Mandanten akquirieren.

9. Welche natürliche Gabe würden Sie gern besitzen?

Nach einmaligem Lesen einen Sachverhalt vollumfänglich durchschauen zu können.

10. Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Aufgrund der Wärme zur Zeit benutze ich die DStR des öfteren als Fächer als als Informationslektüre auf dem Weg zur Arbeit. [Anmerkung: Das Interview fand Anfang Juni statt, als das Thermometer tagsüber die 30-Grad-Marke erreichte. CB]