• 5. Mai 2019

10 Fragen an … StB Michael Wohlfart

10 Fragen an … StB Michael Wohlfart

10 Fragen an … StB Michael Wohlfart 1024 606 Steuerköpfe

Michael Wohlfart arbeitet gern – aber nicht immer in der Kanzlei. Mehrere Monate im Jahr ist er im Ausland – derzeit: Thailand, erste Mandanten hat er von Bali gewonnen. Das ortsunabhängige Arbeiten bietet er auch freien Mitarbeitern, die er für seinen wachsenden Mandantenstamm braucht. Flexibel ist auch sein Entlohnungsmodell: Umsatzbeteiligung.

Zur Person

Michael Wohlfart (xing) wurde 1984 in Werneck nahe Würzburg geboren, zuletzt fest angestellt auch in Würzburg bei einer mittelständischen Kanzlei. Zwischendurch sechs Jahre Big Four. Fachberater internationales Steuerrecht. Gern in den warmen Gefilden weltweit unterwegs. Duzt jeden, der das will.

Zur Kanzlei

Als Steuerberater mit freien Mitarbeitern will Michael Wohlfart auch kleineren Mandanten das internationale Steuerrecht erschließen. Entsprechend seines Kanzleinamens (EasyDigiTax – Dein digitaler Steuerberater), hat er die Zusammenarbeit digital organisiert. Ob es zu einer Zusammenarbeit kommt – egal ob mit Mandanten, Mitarbeitern oder Partnern – hängt vor allem vom passenden Mindset ab.

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1. Warum sind Sie StB geworden?

Ich habe in der Schulzeit und im Studium lange nach meiner Leidenschaft gesucht und dann schließlich in der Arbeit mit dem Gesetz und dem Lösen komplexer Sachverhalte gefunden. Es begeisterte mich schon immer, wenn schwierige Fragen mit einer logischen Lösung „aufgehen“, sei es bei betriebswirtschaftlichen Analysen, Jahresabschlüssen oder steuerlichen Fragestellungen. Und was sich dann im Verlauf der Karriere immer mehr gezeigt hat: Als Berufsträger hat man ein optimales Fundament, um darauf ein eigenes Unternehmen aufzubauen.

2. Ihre fachliche Dienstleistung bieten auch zig andere Kanzleien – was stellen Sie heraus, wenn Sie potentiellen Mandanten Ihre Kanzlei empfehlen möchten?

Meine Dienstleistung bietet kein anderer in der Form an wie ich es mache! Das ist insbesondere die Beratung im internationalen Steuerrecht, zum Thema Auswanderung, grenzüberschreitende Holding-Strukturen, Verrechnungspreisen etc. Das Ganze versuche ich über standardisierte productized Services und damit zu fairen Konditionen auch für kleinere Unternehmer anzubieten.

Daneben fokussiere ich mich mit meinen freien Mitarbeitern auf die Nische der digitalen Unternehmer und versuche dabei, First Mover bei der Nutzung der aktuell innovativsten Lösungen am Markt zu sein. Ich möchte ein optimales Ökosystem für eine maximal mögliche Automatisierung der klassischen Steuerberatungsleistungen anbieten. Diesen Bereich bieten auch andere Kanzleien an, das stimmt. Ich gehe dabei aber nicht über den Preis, sondern will echten Mehrwert bieten, Steuern anders denken, wirklich beraten, die Extra-Meile für den Mandanten gehen.

Wir kommunizieren mit unseren Mandanten auf Augenhöhe und sind Teil deren Erfolgsteams. Allen Mandaten wird das Du angeboten, da ich die Zusammenarbeit so entspannter, offener und ehrlicher empfinde.

3. Wo holen Sie sich Inspiration für Ihre Arbeit?

Auf Reisen und online.

Dabei lerne ich immer wieder faszinierende Menschen kennen und stoße auf neue Lebens- bzw. Businesskonzepte, woraus sich oft spannende Businesschancen ergeben: Ich entdecke eine neue Nische oder entwickle eine neue Idee für ein Produkt oder eine Dienstleistung.

So inspirierend das Internet auch ist, ich nehme mir auch mal eine Auszeit und nutze von 20:00 bis 8:00 einen App-Blocker.

4. Welche geschäftliche Herausforderung beschäftigt Sie derzeit am meisten?

Die Digitalisierung: Meine Kanzlei ist zu 100% remote und papierlos. Es gibt mittlerweile viele geniale Lösungen zur Vereinfachung und Automatisierung am Markt. Leider sind das oft nur Insellösungen. Die größte Herausforderung ist dabei eine funktionierende Schnittstelle zwischen den Programmen. Hier ist Deutschland und insbesondere die großen Steuerberater-Komplettlösungen leider weit hinter dem zurück, was technisch möglich wäre.

Wir bieten unseren Mandanten für die Erstellung der Finanzbuchhaltung aktuell eine Lösung aus der Kombination zweier Tools, bei der bis zu 95% der Belege automatisch an die Buchhaltung übergeben werden können. Die Tools richten wir bei Bedarf auch für die Mandanten ein. Die Steuererklärungen machen wir dann mit Agenda, hier erhoffe ich mir die entsprechende fehlende Schnittstelle zu den Vorsystemen in den nächsten Monaten.

Die zweite Herausforderung ist das Wachstum. Wir versuchen aktuell bewusst nur die Mandanten anzunehmen, die von ihrem unternehmerischen Mindset zu uns passen und die den Mehrwert unserer Leistungen zu schätzen wissen. Mir ist es wichtig, eine Beratung entsprechend unseren Werten und Ansprüchen anzubieten und das Wachstum nicht zu überziehen.

Ich würde das ganz gerne auf mehrere Schultern verteilen. Dazu suche ich Steuerberater, die sich entweder nach der Freiheit als Freelancer sehnen oder sogar eine Partnerschaft vorstellen können, um gemeinsam ein großartiges Unternehmen aufzubauen.

5. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?

Wir sprechen bewusst nicht von Mitarbeitern, sondern von einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Aktuell vergrößere ich das Team und suche Freelancer, die ihre Tätigkeiten mit Begeisterung ausführen, ein unternehmerisches Mindset haben und ihren Aufgabenbereich selbst gestalten wollen.

Entsprechend biete ich eine komplette orts- und zeitunabhängige Zusammenarbeit und eine Vergütung nach Umsatzbeteiligung. Dass die Freelancer in ihrem Bereich fachlich fit sind, setze ich voraus. Den Rest übernimmt das Bauchgefühl.

6. Mal angenommen, der Kammerzwang fällt, jeder darf Steuerberatung anbieten und Steuerberater auch gewerbliche Leistungen: Was tun Sie?

Mittlerweile würde ich das fast begrüßen. Gerade wenn man online unterwegs ist, schränken die berufsrechtlichen Vorgaben sehr ein. So scheiden zum Beispiel Einnahmen durch affiliate links für Berufsträger aus. Schade, denn da ließen sich viele Modelle zum gegenseitigen Nutzen draus entwickeln.

Ich könnte mir auch ein gemeinsames Unternehmen mit beratenden Nicht-Berufsträgern gut vorstellen. Darin würde ich digitale und damit oft gewerbliche Leistungen anbieten bzw. integrieren und auch könnte ich mir vorstellen, meine „berufliche Niederlassung“ ins Ausland zu verlegen.

7. Auf welche geschäftliche Entscheidung/Erfolg sind Sie stolz?

Den Weg in die Selbständigkeit. Ich habe in den letzten Monaten so viel gelernt, mir so viele neue Themen erschlossen: Marketing & SEO, Webseiten, Teamaufbau, automatisierte Prozesse für alle Bereiche, bürokratische Hürden bei der Gründung etc. Damit kann ich vielfach das Business meiner Mandanten noch besser verstehen.

8. Sie können – unbemerkt und ungestraft – hinter die Kulissen einer anderen Kanzlei schauen: Was würden Sie ausspionieren?

Die Anwendung digitaler Schnittstellen und Vorsysteme in einer Datev-Kanzlei, insbesondere was derzeit maximal an Automatisierung möglich ist.

9. Welche natürliche Gabe würden Sie gern besitzen?

Mich mit einem Trigger einfach in einem meditativen, gelassenen und ausgeglichenen Zustand zu versetzen. Und Fliegen!

10. Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Begeistert von der rasanten Entwicklung der letzten Monate, Ausgepowert von den vielfältigen und anspruchsvollen Aufgaben zurzeit, gespannt auf das Großartige, dass noch vor mir liegt.