• 26. Mai 2019

10 Fragen an … StB Christian Deák

10 Fragen an … StB Christian Deák

10 Fragen an … StB Christian Deák 1000 370 Steuerköpfe

Vom Podcast-Gast zum Podcast-Host: StB Christian Deák setzt auf die Digitalisierung. Seine junge Kanzlei in Oberhausen positioniert er für digitale Freigeister.

Zur Person

Christian Deák hat Buchhaltung vor 16 Jahren von der Pike auf im Steuerbüro kennen gelernt, bevor es 2016 Richtung StB-Examen ging. An der FOM lehrt er Steuerrecht (Umsatzsteuer, Handels- und Steuerbilanz sowie Betriebsbesteuerung). Mit seiner Frau und den – bald – zwei Kindern lebt er in Oberhausen.

Zur Kanzlei

Seine Kanzlei hat Christian Deák 2016 gekauft. Sie liegt ganz in der Nähe des Centro in Oberhausen. Kurz nach seinem Gastspiel im Kanzleifunk hat er mit den Podcast Digitalfutter gestartet. Freundschaftliche Verbindung hält er auch zu René Maudrich von FastBill: die beiden Unternehmer empfehlen sich gegenseitig und versuchen, die Zusammenarbeit zwischen digitalen Anbietern und Steuerberatern zu verbessern.

Werbung

1. Warum sind Sie StB geworden?

Ich habe seit je her eine Affinität zu Zahlen und Gesetzen – und Streetworker wollte damals jeder werden 🙂

Am meisten Spaß macht mir die Beratung. Daher automatisiere ich auch auf Teufel komm raus, ich möchte die Zeit zum Beraten haben. Buchhaltungen reinzuhacken ist das Letzte, was ich machen möchte.

Was der technologische Fortschritt in der Steuerberatung und Buchhaltung derzeit ermöglicht, erinnert mich manchmal ans Telefonieren. Als ich Kind war, gab es nur einen Telefonanbieter, der war teuer und die Abrechnung war auch noch kompliziert. Dann kamen die ganzen günstigen Anbieter mit ihren Vorwahlen, die man neben dem Telefon aufbewahrte. Es wurde billiger, aber nicht unbedingt benutzerfreundlicher. Heute haben wir Flats und telefonieren mit unseren vielseitigen Taschencomputern. Wenn wir diese Benutzerfreundlichkeit und Bequemlichkeit auch in der Steuerberatung hinbekommen, ist allen gedient. Die verarbeiteten Daten liegen beinahe in Echtzeit und überall griffbereit. Wir können jederzeit mit dem Mandanten über seinen Arbeitsstand sprechen, anstatt ihn einmal im Jahr bei der großen Besprechung zu sehen. Dann macht unser Beruf doch mehr Spaß.

2. Ihre fachliche Dienstleistung bieten auch zig andere Kanzleien – was stellen Sie heraus, wenn Sie potentiellen Mandanten Ihre Kanzlei empfehlen möchten?

Wir sind voll zwar digitalisiert – von der digitalen Belegübertragung bis zur Freizeichnung aller Steuererklärungen, Bilanzen online per App – jedoch haben wir trotzdem für jeden Mandanten persönliche Ansprechpartner. Wir benutzen die Digitalisierung nicht als Abstandshalter, sondern als Vereinfachung.

Dabei darf eins nicht vergessen werden: Buchhaltung und Steuern werden durch viele Dienste und Apps zwar für Laien benutzerfreundlicher, aber die rechtlichen Fallstricke bleiben bestehen. Die meisten Mandanten sehen nicht, dass sich die Anbieter dieser Dienste per AGB schadlos halten. Sich ohne fachliche Absicherung – durch uns – durch diese Welt zu bewegen, kann böse nach hinten losgehen. Denken Sie an online-Händler: Da geht der Umsatz schnell durch die Decke, zusammen mit dem Risiko – vom Skalieren zum Eskalieren ist es dann nicht mehr weit.

3. Wo holen Sie sich Inspiration für Ihre Arbeit?

In den Facebookgruppen „Paperless Pioneers“ und „Let’s see what works“ und anderen Freigeistern.

4. Welche geschäftliche Herausforderung beschäftigt Sie derzeit am meisten?

Die Steuerberatung zu einem skalierbaren Geschäftsmodell zu machen und von überall auf der Welt darauf Zugriff zu haben. Nach der stressigen Gründung 2016 nehme ich inzwischen nicht mehr jeden Mandanten (an), sondern versuche, mit jedem Mandat, mit jedem Mosaikstein ein stimmiges Ganzes zu formen.

5. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?

Einsatzbereitschaft, Dynamik und Affinität zur Technik.

6. Mal angenommen, der Kammerzwang fällt, jeder darf Steuerberatung anbieten und Steuerberater auch gewerbliche Leistungen: Was tun Sie?

Beides verbinden und noch besser werden.

7. Auf welche geschäftliche Entscheidung/Erfolg sind Sie stolz?

Den Schritt in die Digitalisierung.

8. Sie können – unbemerkt und ungestraft – hinter die Kulissen einer anderen Kanzlei schauen: Was würden Sie ausspionieren?

Wie zufrieden die Mitarbeiter sind. Meiner Beobachtung nach klagen zwar viele Kollegen über Mitarbeitermangel, aber forschen und praktizieren zu wenig in die andere Richtung: Nämlich wie man geeignete Mitarbeiter für die Kanzlei interessiert und hält.

9. Welche natürliche Gabe würden Sie gern besitzen?

Kreativ zu sein.

10. Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Hoffnungsvoll!