• 16. Juni 2019

10 Fragen an … StBin Stefanie Ehrhard

10 Fragen an … StBin Stefanie Ehrhard

10 Fragen an … StBin Stefanie Ehrhard 1024 683 Steuerköpfe

Anstatt eines eigenen Hotels führt Stefanie Ehrhard heute eine eigene Kanzlei. Sie bringt eine vielfältige Berufserfahrung mit und interessiert sich für die Prozesse ihrer Mandanten.

Zur Person

Stefanie Ehrhard (xing Jahrgang 1987) hat sich mit einem dualen Studium auf das Examen vorbereitet und in verschiedenen beruflichen Positionen Erfahrungen gesammelt: Kanzleien, Big Four und Industrie. Im Kanzleifunk hat sie ihre Gedanken zur Datev Expedition Zukunft beigetragen.

Zur Kanzlei

Ihre Kanzlei hat Stefanie Ehrhard 2018 im heimatlichen Wilhelmsfeld nahe Heidelberg gegründet. Auch wenn sie hauptsächlich KMU-Mandanten aus dem näheren Umfeld berät, setzt sie zur Eigenwerbung aufs Internet und bloggt auf ihrer Homepage.

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1. Warum sind Sie StB geworden?

Als Schülerin hatte ich gekellnert und wollte mal ein Hotel führen, also habe ich mir im Anschluss einen Studienplatz BWL mit dem Schwerpunkt Hotel- und Tourismusmanagement geangelt. Den Studienplatz habe ich aber kurzfristig abgesagt und dann war nur noch ein Platz – im wohl nicht so beliebten – Studiengang Steuer- und Prüfungswesen frei. Dabei bin ich dann auch hängen geblieben. 😉

Anfangs habe ich mich schwer getan, aber mit der Zeit ging es. Zwei Tage Uni, drei Tage Kanzlei, zuerst bei einem Einzelkämpfer, später bei einer Kanzlei mit 30 Angestellten. Eine Zeit nach dem Studium bin ich in die Industrie und habe in einer Firma FiBu gemacht, eng mit Insolvenzverwaltern und Unternehmensberatern zusammen gearbeitet und direkt an den Vorstand reportet.

Die nächste Station war PwC Frankfurt. Drei Jahre habe ich dort in der Wirtschaftsprüfung gearbeitet und mein StB-Examen absolviert. Danach bin ich zu einer mittelständischen Kanzlei mit elf Mitarbeitern.

Das Saisongeschäft mit langen Tagen bei PwC und die eingefahrenen Strukturen bei der mittelständischen Gesellschaft haben mich dann Richtung Selbstständigkeit bewegt. Meine Kanzlei habe ich im Mai 2018 eröffnet, zuerst im Arbeitszimmer in der Wohnung, dann in einer umgebauten Ferienwohnung meiner Eltern. Zwei Teilzeitkräfte unterstützen mich seit Februar, vier bis fünf Mitarbeiter strebe ich an. Ich möchte mein Arbeitsumfeld selbst bestimmen und das Geschäft meiner Mandanten gut verstehen, damit ich sie besser beraten kann.

2. Ihre fachliche Dienstleistung bieten auch zig andere Kanzleien – was stellen Sie heraus, wenn Sie potentiellen Mandanten Ihre Kanzlei empfehlen möchten?

Ich will das Business meiner Mandanten verstehen, mir die Prozesse anschauen und ganzheitlich beraten. Bei den „Big Four“ habe ich das strukturierte Arbeiten gelernt. Auch das Prüfen eines IKS ist eine gute Schule für spätere Aufgaben, selbst in kleinen Kanzleien.

Gern helfe ich Mandanten, ihre Buchführung zu digitalisieren. Allerdings habe ich hier auf dem Land viele kleine Handwerker und auch ältere Mandanten, die nur schwer dafür zu begeistern sind. Dann digitalisiere ich deren Unterlagen in der Kanzlei.

3. Wo holen Sie sich Inspiration für Ihre Arbeit?

Puh….gute Frage. Ich stehe schon im Austausch mit anderen Kollegen. Einen benachbarten StB kenne ich aus früheren Tätigkeiten. Ich besuche den Datev-Neumitglieder-Club und versuche, einen Stammtisch mit anzuschieben.

4. Welche geschäftliche Herausforderung beschäftigt Sie derzeit am meisten?

Ich habe mir im letzten Jahr einen (meiner Meinung nach) ganz guten Facebook und Instagram Channel aufgebaut – zur Zeit fehlt mir aber einfach die Zeit etwas zu bloggen. Das möchte ich in Zukunft ändern! Meist hatte ich aktuelle Änderungen im Einkommensteuerrecht oder Fälle aufgegriffen, weil in diesen  beiden Netzwerken eher Privatpersonen unterwegs sind. Wobei natürlich auch hinter jedem Unternehmen eine Person steht, die sich vielleicht in diesen Netzwerken aufhält – also eine sehr spannende Sache.

5. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?

Fachliche Qualifikation und persönliche Art, schließlich muss ich mit meinen Angestellten ja das Büro teilen 😉

6. Mal angenommen, der Kammerzwang fällt, jeder darf Steuerberatung anbieten und Steuerberater auch gewerbliche Leistungen: Was tun Sie?

Vielleicht doch ein Hotel eröffnen 😉

7. Auf welche geschäftliche Entscheidung/Erfolg sind Sie stolz?

Den Schritt in die Selbständigkeit gewagt zu haben und keine Kanzlei übernommen, sondern auf der grünen Wiese gegründet zu haben. Und dass ich nach nicht mal einem Jahr in eigene Büroräumlichkeiten umziehen konnte.

8. Sie können – unbemerkt und ungestraft – hinter die Kulissen einer anderen Kanzlei schauen: Was würden Sie ausspionieren?

Die internen Prozesse der Kanzleien. Zum Beispiel: Wie regeln Kollegen mit der Datev Dokumentenablage die Verknüpfung von Bescheiddaten und dem eigentlichen Bescheid?

9. Welche natürliche Gabe würden Sie gern besitzen?

10. Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Etwas müde und geschafft von den letzten Monaten. Gleichzeitig, aber voller Tatendrang für Neues 🙂