• 19. Juli 2020

10 Fragen an … StB Lutz Spieker

10 Fragen an … StB Lutz Spieker

10 Fragen an … StB Lutz Spieker 1024 576 Steuerköpfe

StB Lutz Phillipp Spieker führt eine Kanzlei mit acht Köpfen in Holzminden (Weserbergland). Als Tüftler beschäftigt er sich oft mit Fragen der Arbeitsteilung: Seine Mandanten buchen mit einem Programm, das er selbst geschrieben hat. Und buchhalterisches Grundwissen vermittelt er ihnen in perfekt produzierten Videos.

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1. Warum sind Sie StB geworden?

Ich mag Rechnungswesen. Auf der Fachoberschule Wirtschaft habe ich den Spaß daran entdeckt. Dann wollte ich mal schauen, wie es mit den Steuern so läuft und habe die Ausbildung zum Steuerfachangestellten gewählt. Ich hatte flugs einen Ausbildungsplatz und im Laufe der Zeit Bilanzbuchhalter und Steuerfachwirt draufgelegt. Als letzter Schritt blieb dann nur noch der Steuerberatertitel und 2007 habe ich mich selbstständig gemacht.

Meine zweites Interessengebiet ist die IT. Und hätte es 1997 in dem Bereich vernünftige Ausbildungen gegeben … Wer weiß, vielleicht wäre ich dann woanders gelandet. Aber ich wollte erstmal was solides machen und so kam ich in die Steuerberatung.

2. Ihre fachliche Dienstleistung bieten auch zig andere Kanzleien – was stellen Sie heraus, wenn Sie potentiellen Mandanten Ihre Kanzlei empfehlen möchten?

Mein selbstentwickeltes Buchhaltungsprogramm FiBu1. Damit können meine Mandanten den Mittelweg gehen, viel selbst erledigen und mich dazuholen, wenn es knifflig wird. Mit dem Programm sind sie auch gleich auf der digitalen Schiene, was die Zusammenarbeit für beide Seiten erleichtert. Ich sorge für die fachliche Absicherung. So ist es zum Beispiel mit FiBu1 nicht möglich, dass die Mandanten ihre Umsatzsteuervoranmeldung selber abgeben, das kontrolliere und erledige ich dann für sie.

3. Wo holen Sie sich Inspiration für Ihre Arbeit?

Inzwischen muss ich sagen: Auf YouTube. Dort sind viele kreative Menschen unterwegs und ich überlege jede Mal, wie ich deren Ideen in meinem steuerlichen Bereich nutzen und umsetzen kann. Ich schaue zum Beispiel gern die Tech-YouTuber Marques Brownlee oder Sean Cannell von Think Media. So kam mir auch die Idee, selber einen Videokurs für Mandanten anzubieten.

Ich habe mein Büro so umgebaut, dass ich mich dort jederzeit spontan filmen kann. Es hat einiges an Zeit und Ausrüstung gebraucht, bis die Ergebnisse vorzeigbar waren. Diese Video reiche ich dann an Mandanten weiter und habe damit gute Erfahrungen gemacht. Es ist persönlicher als jedes Schreiben. Die Videos vermitteln das Gefühl persönlicher Zuwendung viel besser, das spüren die Mandanten. Und wenn ich ihnen Angebote in diesem Format unterbreite, kann ich eine gute Abschlussquote verzeichnen.

4. Welche geschäftliche Herausforderung beschäftigt Sie derzeit am meisten?

Wie kann ich mein Wissen automatisiert an meine Mandanten weitergeben?

Und nach einer mehrtägigen Panne mit der Telekom frage ich mich derzeit, ob ich mir einen zweiten Anschluss von der Konkurrenz legen lassen sollte. Ohne Internet sind wir in den Kanzleien heutzutage ja völlig aufgeschmissen.

5. Nach welchen Kriterien wählen Sie Mitarbeiter aus?

Zurzeit hat man ja gar keine Auswahl. Ich schaue mir jede Bewerbung gründlich an. Der oder die Neue muss ins Team passen und die nötige Qualifikation mitbringen – dann passt es schon.

6. Mal angenommen, der Kammerzwang fällt, jeder darf Steuerberatung anbieten und Steuerberater auch gewerbliche Leistungen: Was tun Sie?

Ich mache genauso weiter wie jetzt auch. Ich empfinde das Miteinander mit den Kollegen und Kolleginnen auch nicht als scharfen Wettbewerb. Und wenn zukünftig Buchhalter unsere Leistungen anbieten dürfen, ohne vorher unsere Qualifikation erlangen zu müssen, dann sehe ich darin erst recht keine Konkurrenz.

7. Auf welche geschäftliche Entscheidung/Erfolg sind Sie stolz?

Auf FiBu1 und darauf, dass ich den Video-Kurs für die Mandanten fertiggestellt habe.

8. Sie können – unbemerkt und ungestraft – hinter die Kulissen einer anderen Kanzlei schauen: Was würden Sie ausspionieren?

Ich lehne Spionage ab. Aber ich auf ein Bier und offenen Austausch mit Kollegen – jederzeit!

9. Welche natürliche Gabe würden Sie gern besitzen?

Als übernatürliche Gabe würde ich gern fliegen können.

Und in der echten Welt würde gern einfacher abschalten können. Der berufliche Stress strahlt manchmal einfach zu sehr in den privaten Bereich rein.

10. Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Mir geht’s gut!