• 17. Januar 2021

Die Angst vor dem Raubritter

Die Angst vor dem Raubritter

Die Angst vor dem Raubritter 150 150 Steuerköpfe

Die Angst vor dem Raubritter Editorial des Email-Newsletters 06-2011 vom 30.06.2011

Gab es das schon einmal? Einen Frage-Antwort-Katalog des BMF zu einem Gesetz, noch bevor dieses vom Parlament beschlossen wurde? Nicht nur dies ist merkwürdig an den Frage-Antwort-Katalogen der Finanzverwaltung, über die wir Sie in dieser Ausgabe informieren. Der Wechsel von einer Branchensoftware zu einer anderen hat noch nie auf Knopfdruck funktioniert. Jeder Anbieter ist zwar bestrebt, dem Anwender beim Umstieg den roten Teppich auszurollen. Wo immer möglich werden Daten vom alten System ins neue automatisch übernommen. Doch hundertprozentig klappt das in den wenigsten Fällen. Manuelle Nacharbeit und Kontrolle ist die Regel. Sei es, dass die Möglichkeiten der Automatisierung ausgereizt sind, sei es, dass Schlampereien im bisherigen Einsatz plötzlich offenbar werden. Je komplexer die Systeme werden, desto aufwändiger ein Wechsel. Und immer komplexer wurde sie in den letzten Jahren, die Kanzleisoftware. Ohne integriertes Dokumentenmanagementsystem (DMS) beispielsweise ist sie heute nicht mehr marktfähig. Damit kommt zur Übernahme der klassischen Buchführungs- und Kanzleidaten in ein neues System noch die Übernahme der Dokumente von einem DMS in das andere. Auch der Dokumententransfer lässt sich nicht vollständig automatisieren. Dazu kommt, dass Daten und Dokumente auf vielfältige Weise miteinander verknüpft sein können. Diese Verknüpfungen müssen ebenfalls in die neue IT abgebildet werden. Auf diesem Hintergrund wird die Migration von einer Kanzleisoftware zu einer anderen immer problematischer. Der Anwender muss den Aufwand und das Risiko eines Wechsels immer sorgfältiger kalkulieren. Die Anbieter werden sich immer schwerer tun, in einem vollständig gesättigten Markt einen Neukunden vom Mitbewerber zu gewinnen. Die Zeit der Bindung (idealerweise der Partnerschaft) zwischen Anbieter und Anwender wird folglich immer länger. Ihr Gerhard Schmidt

Die Mitarbeiter werden z.B. in internen Fortschrittskontroll-Meetings angemessen informiert.


Dieser Artikel erschien erstmalig am 29.06.2011 auf der Internetseite von Gerhard Schmidt (IT-Forum steuerberater-mittelstand.de) und wird hier archiviert.